Müdigkeitsunfälle in Österreich

„Kroatien-Nachrichten“ berichten über Sicherheitsrisiko Sekundenschlaf.

Übermüdung im Straßenverkehr – Unfallzahlen aus Österreich lassen aufhorchen.

Die 3G-Initiative 2017 zur tödlichen Unfallgefahr Übermüdung/Sekundenschlaf hat zwischenzeitlich länderübergreifende Resonanz gefunden. Das Presseorgan „Kroatien-Nachrichten“ mit Sitz in Metkovic hat sich aktuell mit diesem Thema beschäftigt und berichtet mit belastbaren Zahlen über Todesopfer bei Übermüdungsunfällen in Österreich. Lasiportal stellte dazu das Titelbild zur Verfgügung.

Kroatien-Nachrichten: Schlechter oder mangelnder Schlaf ist ein enormes Sicherheitsrisiko im Straßenverkehr. Im vergangenen Jahr 2017 kamen auf Österreichs Straßen 18 Personen aufgrund von Unfällen ums Leben, bei denen Übermüdung die vermutete Ursache war (Quelle: BMI, 2017). Die meisten dieser tödlichen Unfälle ereigneten sich auf den Straßen Niederösterreichs (acht Todesopfer) – gefolgt von Oberösterreich und der Steiermark (mit jeweils drei Todesopfern). Marion Seidenberger, eine ausgewiesene Verkehrspsychologin, nennt die Hauptgründe für Müdigkeitsunfälle und gibt Tipps zur Vermeidung:

  • Zu lange wach:
    Ist man 15 Stunden ununterbrochen wach, wird es kritisch, nach 17 Stunden gefährlich, und es droht der Sekundenschlaf. Grund ist der aufgebaute Schlafdruck. Der wird so groß, dass man in monotonen Situationen mit plötzlichem Einschlafen rechnen muss. Dem vorzubeugen hilft nur der Schlaf, unbedingt eine Pause mit kurzem ‘Powernap’ von 20 bis 30 Minuten Schlaf, rät die Psychologin.
  • Die schwankende Leistungskurve des Menschen, die sogenannte innere Uhr:
    Die Leistungsfähigkeit unterliegt tageszeitlichen Schwankungen. In den Abendstunden kommt es zu einer Abnahme der Aufmerksamkeits- und der Konzentrationsleistung, in den frühen Morgenstunden, zwischen 2 und 4 Uhr, ist die Leistungsfähigkeit gar am geringsten. Das zeigen auch die Unfallzahlen insgesamt. Hier sind insbesondere Auffahrunfälle und Abkommen von der Fahrbahn, sogenannte Fahrunfälle, besonders auffällig. Hier rät die Psychologin, dass nächtliche Fahrten daher nach Möglichkeit vermieden werden sollten.
  • Vorerkrankungen:
    Besonders kritisch sind Schlafstörungen und/oder Therapien mit Arzneimitteln, die ermüden oder zu Leistungsbeeinträchtigung führen. Gerade die Schlafapnoe, sie ist gekennzeichnet durch eine ausgeprägte Tagesmüdigkeit bis hin zum Einschlafzwang, ist auch hier unter den Fahrern weit verbreitet. Bei Menschen mit Schlafstörung besteht ein hohes Risiko von Sekundenschlaf-Episoden beim Autofahren.
  • Müdigkeit bahnt sich an:
    Die Anzeichen von Ermüdung sind zwar individuell unterschiedlich, kündigen sich aber jedenfalls an. Wichtig ist hier die Selbsterkenntnis, der Wille des Fahrers, die Fahrt sofort zu unterbrechen und die dringend nötige Pause einzulegen. Hilfsmittel wie aufmerksame Beifahrer, laute Musik, aufmunternde Getränke oder Frischluft im Fahrzeug helfen da überhaupt nicht weiter, rät auch der DVR, in Deutschland federführend im Kampf gegen Übermüdung im Straßenverkehr.

Der DVR setzt auf Prävention – Kampf gegen Übermüdung und Sekundenschlaf. Bild: Deutscher Verkehrssicherheitsrat, Bonn

ÖAMTC Presse

Bild: Lasiportal

>> 18 Verkehrstote bei Müdigkeitsunfällen in Österreich
Quelle: Kroatien-Nachrichten, Dalmatinka Gruppe, 20350 Metkovic, Kroatien

>> Bekämpfung Sekundenschlaf – 3G-Initiative
Quelle: 3G Kompetenzzentrum, Fulda

>> Vorsicht Sekundenschlaf – DVR-Kampagne klärt auf
Quelle: Deutscher Verkehrssicherheitsrat, Bonn

 

 

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