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Unfälle am Stauende

50 Meter Abstand – Blindflug ist tödlich !

Liegengebliebene Fahrzeuge auf der Autobahn sind oft die Auslöser. Hier ist Vorsicht und schnelles Handeln geboten (Grafik: Polizeipräsidium Münster).

Binnen weniger Wochen – seit dem 24. März – hat es auf bundesdeutschen Autobahnen dreimal so heftig gekracht, dass zwei Lkw-Fahrer und ein Pkw-Fahrer ihr Leben verloren haben. Und immer war es am Stauende, wo die Fahrer nicht mehr rechtzeitig reagieren konnten. Fahrzeugaufkommen, Osterreiseverkehr, Verhalten am Stauende, das sind die Fakten, auf die sich Fahrerinnen und Fahrer immer wieder spontan einstellen müssen.

Und das sagt die POLIZEI:
Geschwindigkeit, Abstand und Ablenkung – das sind die Hauptursachen für Verkehrsunfälle am Stauende.

Und das sagt die STRASSENVERKEHRSORDNUNG:
Jeder muss seine Geschwindigkeit so wählen, dass er jederzeit innerhalb der Sichtweite anhalten kann!

Geschwindigkeit
(1) Wer ein Fahrzeug führt, darf nur so schnell fahren, dass das Fahrzeug ständig beherrscht wird. Die Geschwindigkeit ist insbesondere den Straßen-, Verkehrs-, Sicht- und Wetterverhältnissen sowie den persönlichen Fähigkeiten und den Eigenschaften von Fahrzeug und Ladung anzupassen. Es darf nur so schnell gefahren werden, dass innerhalb der übersehbaren Strecke gehalten werden kann.

Abstand
(1) Der Abstand zu einem vorausfahrenden Fahrzeug muss in der Regel so groß sein, dass auch dann hinter diesem gehalten werden kann, wenn es plötzlich gebremst wird. Wer vorausfährt, darf nicht ohne zwingenden Grund stark bremsen.
(3) Wer einen Lastkraftwagen mit einer zulässigen Gesamtmasse über 3,5 t oder einen Kraftomnibus führt, muss auf Autobahnen, wenn die Geschwindigkeit mehr als 50 km/h beträgt, zu vorausfahrenden Fahrzeugen einen Mindestabstand von 50 m einhalten.

Und das sagt eine ADAC-Studie:
Laut ADAC spielt die Beladung für den Bremsweg von LKW zwar nur eine untergeordnete Rolle, macht aber dennoch einen Unterschied. Die Studie testete unter anderem den Bremsweg eines LKW mit 7,5 Tonnen in unbeladenem, richtig beladenem und überladenem Zustand. Das Fahrzeug hatte bei 60 km/h Bremshöchstwerte von:

  • 18,9 Metern in unbeladenem Zustand,
  • 24,3 Metern in richtig beladenem Zustand,
  • 28,5 Metern in hinten überladenem Zustand.

Und das belegt ein Fahrversuch der DEKRA:
Die durchschnittliche Verzögerung eines modernen Sattelzugs vom Zeitpunkt der Gaswegnahme bis zum Stillstand nach einer Vollbremsung liegt bei etwa 6 m/s2. Der Bremsweg aus 80 km/h beträgt etwa 41 Meter.

Ein Aufprall eines Lkw am Stauende mit einer Restgeschwindigkeit von 40 km/h auf einen stehenden Pkw hat/hätte verheerende Auswirkungen. Laut DEKRA-Test wurde der Pkw bei einem Fahrversuch komplett in den in der Reihe davorstehenden Lkw geschoben und förmlich zermalmt. Hätten Personen in dem Pkw gesessen, sie hätten keine Überlebenschancen gehabt, sagt die DEKRA.

Tödlicher Unfall auf A2 bei Burg, Sachsen-Anhalt: Drei Lkw verunglücken auf der Autobahn
Zu einem schweren Unfall mit tödlichem Ausgang ist es am Montagnachmittag auf der Autobahn A2 bei Burg gekommen. Drei Lkw waren an dem Unglück beteiligt.
Demnach fuhren zunächst alle drei Lkw auf der A2 auf dem rechten Fahrstreifen. Hierbei soll es zwischen den Anschlussstellen Theeßen und Burg-Ost wegen Bauarbeiten zum Stau gekommen sein. Ein 33-jähriger Fahrer soll in dem Zusammenhang den Stau vor ihm übersehen und den Lkw eines abbremsenden 34-Jährigen auf einen weiteren Sattelzug geschoben haben. Der Unfallverursacher soll noch am Unfallort seinen schweren Verletzungen erlegen sein. Er musste mit schwerem Gerät aus der Zugmaschine geborgen werden, so die Polizei weiter.

>> Tödlicher Unfall auf der A 2 bei Burg, Unfallverursacher stirbt bei heftigem Aufprall.
Quelle: Mitteldeutsche Verlags- und Druckhaus GmbH, 39104 Magdeburg

>> Tödlicher Unfall Nähe Osnabrück, Niedersachsen, A 33 – Autofahrer stirbt bei Auffahrunfall auf Lkw.
Quelle: NDR, 20149 Hamburg

>> Tödlicher Unfall auf der A 3, Nähe Autobahndreieck Dernbach, Lkw-Fahrer stirbt am Stauende.
Quelle: Rhein-Zeitung, 56 072 Koblenz

 

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