DVR und Polizei in Osthessen kämpfen gemeinsam gegen tödliche Gefahr

Übermüdung – Sekundenschlaf – Schlafapnoe

DVR-Referentin „Vorsicht Sekundenschlaf!“, Anna-Sopie Boerries im Kirchheimer Rasthaus beim Fernfahrerstammtisch der Hess. Polizei.

Erneut war das Rasthaus in Kirchheim gut besucht, als das PP Osthessen zum monatlichen Fernfahrerstammtisch eingeladen hatte. Mit dem klassischen Aprilthema Übermüdung – Sekundenschlaf – Schlafapnoe will die Polizei in Osthessen wiederum ein Zeichen setzen und auf die außerordentlichen Gefahren der Übermüdung im Straßenverkehr hinweisen.

Mit Anna-Sopie Boerries hatte das Stammtischteam die Fachfrau des Deutschen Verkehrssicherheitsrates eingeladen, die seit 2 Jahren mit viel Engagement und umfangreichem Fachwissen als Referentin in die Kampagne „Vorsicht Sekundenschlaf !“ involviert ist.

Auch wenn die Müdigkeit im Straßenverkehr häufig unterschätzt, verdrängt oder gar verleugnet wird, so bestehen aufgrund repräsentativer Umfragen von Pkw-Fahrerinnen, Pkw-Fahrern und insbesondere von Berufskraftfahrern ausreichend Erkenntnisse über Schlafgewohnheiten, Fitness, Stressverhalten und Übermüdung.

Interessant ist, dass 75 Prozent der Lkw-Fahrer bei einsetzender Müdigkeit reagieren und eine Pause einlegen. Gleichermaßen befassen sich 57 Prozent mit Powernapping, dem sogenannten Kurzschlaf, und 50 Prozent der Fahrer versuchen die Übermüdung mit Bewegung zu bekämpfen oder zu verdrängen.

Frau Boerries ging auch auf die allseits beliebten aber wenig hilfreichen Maßnahmen wie „Frischluftzufuhr durch Herunterlassen der Seitenscheibe“, „Einnahme von Energydrinks, Kaffee, Coca-Cola“ oder „Laute Musik im Fahrzeug“ ein.

Mit einem weiteren Vergleich machte Frau Boerries deutlich, mit welcher Unfallgefahr und mit welchen fatalen Folgen sich mangelnde Fahrtüchtigkeit – sprich Übermüdung auswirkt:

  • Laut einer Erhebung aus den USA aus dem Jahr 2011 wurde dort jeder 6. Verkehrstote der Ursache „Übermüdung“ zugeordnet;
  • Laut einer Erhebung aus der bundesdeutschen Verkehrsunfallstatistik wurde im Jahr 2015 jeder 14. Verkehrstote durch Alkohol- oder Drogeneinwirkung verursacht.

Auch wenn diese Zahlen einem absolut verwertbaren Vergleich nicht standhalten, so lassen sie doch besorgniserregend aufhorchen.

„Ausgeschlafen und fit ans Steuer“, das betrifft nicht nur Berufskraftfahrer, Reisende, Urlauber, Schicht- oder Nachtarbeiter. Auch gerade ältere Menschen sollten ihre Autofahrt nur ausgeruht antreten.

Schlafbedarf und Schlafgewohnheiten verändern sich im Laufe des Lebens eines jeden Menschen. Insoweit ist das biologisch belegt und in vielen Untersuchungen, Befragungen und Erhebungen wissenschaftlich nachgewiesen.

Hans Kühnel von der Selbsthilfegruppe Schlafapnoe HEF-ROT.

Neugeborene schlafen durchschnittlich 15 bis 17 Stunden, ältere Menschen dagegen sechs bis acht Stunden. Senioren schlafen insgesamt weniger und werden zwischendurch häufiger wach. Deshalb sind Kurzschlafphasen mitten am Tag zur Kompensation wichtig, insbesondere vor längeren Autofahrten. Wer sich müde hinter das Steuer setzt, riskiert den Sekundenschlaf, so die DVR-Referentin abschließend.

Vor der Erkenntnis, dass Müdigkeit, vor allem Tagesmüdigkeit, krankheitsbedingte Ursachen haben kann, machte Hans Kühnel, 1. Vorsitzender der Selbsthilfegruppe Schlafapnoe Hersfeld-Rotenburg e.V., weitere Ausführungen am Stammtischabend. Der erste und wichtigste Weg, so der Referent, ist die Selbsterkenntnis und der Mut des Betroffenen, Beratung und fachärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Mit einer gezielten Behandlung und mit modernen Hilfsmitteln kann kurzfristig gesunder Schlaf zurückgewonnen werden. Damit steigt die körperliche Fitness und Wiedergenesung, und der Betroffene kehrt wieder in seinen Lebensalltag zurück. Natürlich wirkt sich das auch auf die Fahrtüchtigkeit aus und ist ein wichtiger Schritt zur Sicherheit im Straßenverkehr.

Abschließend kündigte der Stammtischmoderator an, dass am Mittwoch, 02. Mai, 18:00 Uhr, der nächste Fernfahrerstammtisch im Kirchheimer Rasthaus stattfindet. Referenten des Abends werden Kontrolleure der BAG sein. Hier haben die Fahrer beste Gelegenheit, mit den BAG-Mitarbeitern persönlich und außerhalb einer Kontrolle ins Gespräch zu kommen.

>> Deutscher Verkehrssicherheitsrat – Startseite
Quelle: DVR Bonn, Auguststraße 29

>> Fernfahrerstammtisch – Hessenseite
Quelle: Polizei Hessen

DVR- Referentin Anna-Sophie Börries am Mittwoch zu Gast in Kirchheim

Sekundenschlaf, ein ´schleichendes Unfallrisiko´, ist erneut Thema beim Fernfahrerstammtisch der Hess. Polizei am kommenden Mittwoch, 11. April, 18:00 Uhr, im Rasthaus auf dem SVG-Autohof in Kirchheim.

Sekundenschlaf, eine sogenannte Müdigkeitsattacke, auch bezeichnet als ungewolltes kurzfristiges Einschlafen über mehrere Sekunden, kann fatale Folgen haben. Abkommen von der Fahrbahn, unkontrolliertes Verlassen der Fahrspur und Auffahrunfälle sind die klassischen Erscheinungen von Sekundenschlaf.

Sekunden, die über Leben und Tod entscheiden können !

Müdigkeit am Steuer ist ein unterschätztes Unfallrisiko im Straßenverkehr. In der Unfallstatistik wird Übermüdung für nur 0,5 Prozent aller schweren Unfälle als Ursache deklariert. Die Dunkelziffer liegt laut Experten jedoch weitaus höher. Jeder übermüdete Autofahrer und jede übermüdete Autofahrerin ist somit potenziell der Gefahr des Sekundenschlafs ausgesetzt. Der DVR hat deshalb gemeinsam mit dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) und der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) im Dezember 2016 eine Aufklärungskampagne mit dem Titel „Vorsicht Sekundenschlaf! Die Aktion gegen Müdigkeit am Steuer“ gestartet. Ziel der Kampagne ist es, alle Autofahrerinnen und Autofahrer für die Gefahren von Müdigkeit am Steuer zu sensibilisieren und präventive sowie akute Maßnahmen dagegen aufzuzeigen.

DVR-Referentin Anna-Sophie Boerries referiert am kommenden Mittwoch in Kirchheim.

>> Sekundenschlaf – Ursachen, Maßnahmen und Strafen
Quelle: Verband für bürgernahe Verkehrspolitik e.V, Berlin

>> Powernapping – Fit on Tour
Quelle: 3G Kompetenzzentrum, Fulda

 

 

Drei Sekunden Schlaf im Auto entsprechen 83 Meter Blindflug

März 2018 | Besonders vor langen Autofahrten gilt: ausreichend schlafen, denn Schlafmangel erhöht das Unfallrisiko.
Wer nicht ausreichend schläft, riskiert einen Sekundenschlaf und einen Verkehrsunfall in der Folge.
Schlafmangel und Schlafstörungen sollten daher ernst genommen und ggf. medizinisch untersucht werden.

>> Schlafmangel erhöht das Unfallrisiko
Quelle: Deutscher Verkehrssicherheitsrat (DVR); dvr.de

 

Die Aktion gegen Müdigkeit am Steuer – Powernapp kann helfen.

Oft berichten Autofahrer von selbst erlebtem Sekundenschlaf, von kurzfristigem Einnicken oder einer Schrecksekunde, wo ihr Fahrzeug mehr oder weniger eigenständig unterwegs war. Doch sobald es zu einem Unfall – oft folgenschwer – kommt, werden diese Tatsachen verschwiegen, um „die einge Haut zu retten“. Das funktioniert nicht immer, und bei Vorliegen deutlicher Anzeichen für Übermüdung im Straßenverkehr greift das Strafgesetz mit drastischen Geldstraßen, Entzug der Fahrerlaubnis und Punkten in Flensburg.

Typische Anzeichen von Übermüdung und drohendem Sekundenschlaf:

  • unsichere Fahrweise / Schlangenlinien fahren,
  • Verhalten gegen die sogen. biologische (innere) Uhr,
  • Einfluss von Medikamenten, Alkohol oder Drogen

Powernapp – ca. 20 Minuten runter von der Straße. Ein Kurzschlaf während des Tages steigert die Leistungsfähigkeit und sorgt für neue Energie. Powernapp kann hilfreich sein, um die Fahrtauglichkeit kurzfristig wieder zu erlangen.

Wie:
rasch einschlafen und nach 10 bis 20 Minuten erholt aufwachen.

sind für die Ermittler und den Staatsanwalt deutliche Anzeichen von Übermüdung. Damit steht der Straftatbestand des § 315c StGB im Raum, und die/der betroffene Fahrerin/Fahrer sieht sich mit einem Strafverfahren konfrontiert.

Um dem vorzubeugen, setzen alle Initiativen von Gesetzgeber, Behörden, Verbänden, Fahrschulen, Arbeitsschutz und Polizei auf Aufklärung und Prävention. Auch der DVR setzt mit seiner Kampagne Vorsicht Sekundenschlaf ! ein deutliches Zeichen im Kampf gegen die Übermüdung im Straßenverkehr. Gerade die Dunkelziffer der sogenannten ´Verdachtsfälle ´darf uns im Bemühen um Aufklärung nicht ruhen lassen.

Seminarteilnehmer ´trainieren ´ Powernapping.

Das oberste Motto:
Das wirksamste Mittel gegen Übermüdung/Müdigkeit ist ausreichender Schlaf !

>> Bekämpfung Sekundenschlaf – Powernapping
Quelle: 3G Kompetenzzentrum, Fulda

>> Sekundenschlaf und Unfall im Straßenverkehr
Quelle: gomobile GmbH, Berlin

>> Sekundenschlaf – Ursache für jeden 4. Unfall in Deutschland – Video –
Quelle: Osthessen-News, Fulda

 

 

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