DIN EN 12195- 1 weiter in der Diskussion

Königsberger Ladungssicherungskreis e.V. (KLSK) erneuert seine Kritik an der neuen Norm DIN EN 12195-1

 

Der Königsberger Ladungssicherungskreis e.V. (KLSK) hat seine Kritik an der neuen Ladungssicherungsnorm DIN EN 12195-1:2010 erneuert

Der Königsberger Ladungssicherungskreis e.V. (KLSK) hat seine Kritik an der neuen Ladungssicherungsnorm DIN EN 12195-1:2010 erneuert

Die neue Norm DIN EN 12195-1:2010 zur Ladungssicherung soll zunächst nicht in der Praxis angewendet werden. Diese Entscheidung des Bundesverkehrsministeriums hat der Königsberger Ladungssicherungskreis e. V. (KLSK)begrüßt.  Dessen Erster Vorsitzender Manfred Sommer ist unter anderem auch Berater des Lasiportals.

„Die neue Ladungssicherungsnorm DIN EN 12195-1:2010 entspricht nicht den bisherigen europäischen und deutschen Sicherheitsstandards“, heißt es unter anderem in einem Positionspapier des KLSK. Dies war auch die einhellige Meinung bei derKLSK-Mitgliederversammlung in Saarbrücken.

Zum Hintergrund: Seit Ende 2005 wird auf europäischer Ebene darüber diskutiert, wie die neue, gemeinsame Berechnungsnorm aussehen soll. Als die Norm Ende 2010  als EN 12195-1:2010 als Abstimmungsentwurf veröffentlicht wurde, kritisierten hierzulande Experten der Kontrollbehörden, aus der Wirtschaft und Sachverständige, dass darin wesentliche, bislang angewendete Sicherheitsfaktoren ohne Begründung minimiert oder sogar ganz gestrichen worden seien.

Beispielsweise soll nach der EN-Norm ein statischer Kippversuch zum Nachweis der Ladungssicherung reichen. Die Dynamik, die beim Transport beispielsweise durch Bremsen, Kurvenfahrt, Hangabtrieb und Unebenheiten auf der Straße entsteht und so die Ladung in Bewegung setzen kann, findet dabei keine Berücksichtigung mehr. Nun soll die DIN EN 12195-1:2010 Anfang Mai in der deutschen Fassung, aufgrund des Europäischen Mehrheitsbeschlusses, erscheinen. Und dass, obwohl die deutschen Vertreter im Normen-Ausschuss mit Nein stimmten.

Neben der verringerten Sicherheit gibt es laut KLSK jedoch ein weiteres Problem. Die EN 12195-1:2010 ist nicht mit dem § 22 der StVO vereinbar. Dieser fordert: „Die Ladung einschließlich Geräte zur Ladungssicherung sowieLadeeinrichtungen sind so zu verstauen und zu sichern, dass sie selbst bei Vollbremsung oder plötzlicher Ausweichbewegung nicht verrutschen, umfallen, hin- und herrollen, herabfallen oder vermeidbaren Lärm erzeugen können. Dabei sind die anerkannten Regeln der Technik zu beachten.“

Die hier zitierten anerkannten Regeln der Technik findet der Anwender in denRichtlinien 2700 ff des VDI sowie in der bisher gültigen Fassung der DIN EN 12195-1:2003. Beide stehen im Widerspruch zu der kommenden EN-Norm. Denn ihre Sicherheitsanforderungen sind deutlich höher.

Deshalb fragen sich derzeit Anwender und Kontrollbehörden gleichermaßen, welche Vorgaben denn nun gelten und was das für die Praxis bedeutet. Und ob eine nicht harmonisierte europäische Norm über dem deutschen Gesetz stehen kann? Oder geht Landesrecht vor Europäisches Recht?

Hier finden Sie weitere Infos:

Quelle: Königsberger Ladungssicherungskreis e. V., Spessartstraße 12, 63820 Elsenfeld

Ansprechpartner und Berater im lasiportal (ID 524)

>> Manfred Sommer

Weitere Infos zu dieser Thematik gibt’s im Lasiportal:

>> Positionspapier zur DIN EN 12195-1:2010

>> Kommentar zur DIN EN 12195-1

 

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