Neuausgabe der VDI 2700 Blatt 11
Ladungssicherung von Betonstahl auf aktuellem Stand der Technik

(KI-generiertes Symbolbild)
Nach fast 20 Jahren ist es so weit:
Die Richtlinie VDI 2700 Blatt 11 „Ladungssicherung auf Straßenfahrzeugen – Ladungssicherung von Betonstahl“ liegt mit Ausgabedatum 2026-06 in einer neuen Fassung vor und ersetzt damit die bisherige Ausgabe aus dem Oktober 2006.1 Herausgegeben wurde die überarbeitete Richtlinie im Rahmen einer Aktualisierungswelle der Reihe VDI 2700, bei der der VDI gleich drei Blätter – neben Blatt 11 auch Blatt 2.1 und Blatt 16 – neu aufgelegt hat.2
Warum das Thema Betonstahl besondere Aufmerksamkeit verdient
Jährlich werden auf Deutschlands Straßen rund vier Millionen Tonnen Betonstahl transportiert – und unzureichend gesicherte Ladungen führen immer wieder zu schweren Unfällen.3 Stabstahl, Bewehrungsstahl in Bunden, Drahtringe und Gitterträger stellen aufgrund ihrer Geometrie, ihres Gewichts und ihrer Neigung zum Verrutschen und Durchbiegen besondere Anforderungen an die Ladungssicherung. Genau hier setzt Blatt 11 an und liefert praxisnahe, wissenschaftlich abgesicherte Lösungen.
Anwendungsbereich und Adressaten
Die Richtlinie gilt für Fahrzeuge – Sattelkraftfahrzeuge sowie Lkw mit und ohne Anhänger (siehe auch DIN 70010) –, die für den Transport von Betonstahl und Walzdraht eingesetzt werden.1 Sie richtet sich an alle Verantwortlichen entlang der Transportkette: An Absender, Verlader, Fahrer und Fahrzeughalter sowie an alle, die kraft Gesetz, Verordnung, Vertrag oder anderem Regelwerk für die Ladungssicherung verantwortlich sind.
Was ist neu? Die Änderungen gegenüber der Ausgabe 2006
Inhaltlich fällt vor allem der breiter und präziser gefasste Produktumfang auf. Die Neuausgabe benennt diesen ausdrücklich und differenziert und beschreibt nun die Anforderungen an die sichere Ladungssicherung von: 1
- Betonstahlmatten
- Betonstabstahl und Betonstahl in Ringen
- Bewehrungsdraht in Stäben und Ringen
- Gitterträger
- Abstandshalter
- Walzdraht
Damit wird der praktischen Vielfalt der transportierten Betonstahlprodukte klarer Rechnung getragen, als in der Vorgängerfassung. Ebenfalls aktualisiert wurde der Fahrzeugbezug: Die Richtlinie verweist bei den erfassten Fahrzeugen (Sattelkraftfahrzeuge, Lkw mit und ohne Anhänger) ausdrücklich auf DIN 70010.
Bewährte Grundprinzipien der Betonstahlsicherung
Die Richtlinie beruht auf wissenschaftlich gesicherten Erkenntnissen und Versuchen, einschließlich Fahrversuchen mit Sattelkraftfahrzeugen.3 Die zentralen Grundsätze, die sich in der Praxis bewährt haben, lauten:
- Dicht und formschlüssig stauen: Die Ladung ist an Stirnwand, tragfähige Bordwände und Rungen anzulegen; Lücken innerhalb der Ladung sind zu vermeiden oder auszufüllen.
- Rutschhemmendes Material einsetzen: Möglichst überall RH-Material unter- und zwischenlegen, um den Sicherungsaufwand zu reduzieren.
- Alle Ladeeinheiten erfassen: Sicherungsmittel sind so anzulegen, dass sämtliche Einheiten erfasst werden – einfaches Überspannen und Niederzurren reicht bei Betonstahl meist nicht aus. Abhilfe schafft das Umschlingen zu den Seiten.
- Geeignetes Fahrzeug wählen: Erforderlich sind tragfähige Stirnwände und eine ausreichende Anzahl an Zurrpunkten.
Für spezifische Ladegüter zeigt die Richtlinie eigene Lösungen: Stabstahl und Drahtringe werden je nach Staubild durch Niederzurren, Direktzurren oder eine Kombination beider Verfahren gesichert. Bei Gitterträgern werden rechteckige Kanthölzer zwischen die Lagen gelegt und übereinander positioniert, um ein Durchbiegen zu verhindern – wobei unter und auf die Kanthölzer stets RH-Material gehört.4
Wirtschaftlichkeit und Flexibilität
Da die Vielfalt der Betonstahlprodukte, ihrer Kombinationen sowie der Sicherungsmöglichkeiten und Spezialfahrzeuge nicht abschließend abgebildet werden kann, erlaubt die Richtlinie ausdrücklich auch nachweisbar gleichwertige oder bessere Sicherungslösungen.1 Das gibt der Praxis den nötigen Spielraum, ohne das Sicherheitsniveau zu senken.
Fazit
Mit der Neuausgabe 2026-06 wird eine Richtlinie auf den aktuellen Stand der Technik gehoben, die seit 2006 unverändert galt. Für alle Beteiligten am Transport von Betonstahl und Walzdraht bleibt Blatt 11 die maßgebliche Orientierung, um Ladungen rechtssicher, unfallverhütend und zugleich wirtschaftlich zu sichern. Die Richtlinie umfasst 18 Seiten und ist zweisprachig (Deutsch/Englisch) über DIN Media beziehbar.1
Hinweis: Dieser Artikel wurde unter Zuhilfenahme einer KI erstellt und vor der Veröffentlichung durch das LasiPortal sachlich geprüft.
Quellen: Die Belege zu Rechtsgrundlagen, Rechtsprechung und Berechnung finden sich in den Fußnoten dieses Dokuments.
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