Teure Mautfehler durch OBU-Fehlbedienung

Mautsätze 2019 für LKW und Transporter

 

Hinweisschilder auf Mautgebühren an Bundesstraßen soll es für Lkw-Fahrer ab 1. August nicht geben (Foto: trucker.de)

Mautsätze 2019 für LKW und Transporter (Foto: Archiv/trucker.de)

21. Januar 2019 | Seit dem 1. Januar 2019 ist die Gewichtsklasse ein weiterer wesentlicher Parameter für die Berechnung der Lkw-Maut. Allerdings wird die korrekte Einstellung der Gewichtsklasse bislang oft vergessen oder noch nicht richtig beherrscht. Das haben die Mautkontrollen des Bundesamtes für Güterverkehr in den ersten Wochen 2019 gezeigt.

Laut den seit dem 1. Januar 2019 geltenden, neuen Vorschriften für die Bedienung der On-Board-Unit (OBU) müssen LKW-Fahrer bei Fahrtantritt nicht nur die richtige Achsanzahl angeben, sie müssen auch die richtige Gewichtsklasse einstellen. Damit ist ein Mautverstoß verbunden, der mit einer empfindlichen Geldbuße geahndet werden kann.

Jeder LKW, bei dem das Kontrollpersonal des Bundesamtes für Güterverkehr während der Vorbeifahrt einen Verstoß gegen die Mautvorschriften feststellt, wird auf den nächsten Parkplatz ausgeleitet und kontrolliert. Gleichzeitig wird das Nacherhebungs- und Bußgeldverfahren eingeleitet. Für das Unternehmen und den Fahrer bedeutet dies, dass Strafzahlungen fällig werden und wertvolle Zeit verloren geht. Bei falsch gezahlter Maut wird zum Beispiel für den Fahrer ein Bußgeld von 120 EUR fällig, parallel dazu müssen die Unternehmen mit einer Geldstrafe von 240 EUR rechnen.

Vor Antritt der Fahrt muss in der OBU die richtige Gewichtsklasse eingegeben und bestätigt werden.

Toll-Collect überwacht die Maut auf bundesdeutschen Fernstraßen und rechnet die Gebühren ab

Danach ist die Achsklasse einzugeben und zu bestätigen; auswählen kann man bis drei sowie vier und mehr Achsen.

Dies gilt auch für solche Fahrzeuge, deren OBU bisher auf den höchsten Mautsatz eingestellt waren.

>> Teure Mautfehler durch OBU-Fehlbedienung (xing-news.com)

Quelle: DVV Media Group GmbH
Heidenkampsweg 73-79
D-20097 Hamburg | xing-news.com

 

Saubere Fahrzeuge am stärksten betroffen

Zum 01.01.2019 wird die Lkw-Maut um bis zu 60 % erhöht
– so der BGL in einer Pressemitteilung vom 14.12.2018

Grundsatz (politischer Wille)
Mit der Einführung der Lkw-Maut – zunächst auf Bundesautobahnen – hat der Gesetzgeber im Jahr 2005 einen Systemwechsel vollzogen. Die bis dato herkömmliche Fahrzeugsteuer wurde abgelöst. Die Maut soll als Nutzerfinanzierung für den Bundesfernstraßenbau gelten.

Die Mautpflicht für Lkw und Fahrzeugkombinationen ab einem zulässigen Gesamtgewicht von 7,5 Tonnen gilt auf allen Bundesfernstraßen einschließlich Rastanlagen und beginnt mit der Auffahrt auf die Bundesfernstraße.

Seit der Einführung 2005 hat der Gesetzgeber die Mautvorschriften schrittweise nachgebessert. Zunächst wurde die Maut seit 01.08.2012 und 01.07.2015 auf rund 2.300 km vierstreifige Bundesstraßen ausgedehnt.

Im nächsten Schritt zum 01.10.2015 wurde zudem die Mautpflichtgrenze von 12 auf 7,5 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht gesenkt.

Mit der Mautausdehnung auf einspurige Bundesstraßen – einschließlich ihrer Ortsdurchfahrten – zum 01.07.2018 kam durch das Vierte Gesetz zur Änderung des Bundesfernstraßenmautgesetzes die nächste Erweiterung.

Zum 01.01.2019 – aktuell – verfeinerte der Gesetzgeber die Mautpflicht nach Gewichtsklassen. Insbesondere im Hinblick auf leichtere Nutzfahrzeuge mit einem zulässigen Gesamtgewicht zwischen 7,5 und 18 Tonnen soll so die Verursachergerechtigkeit im Vergleich zu den bisherigen Achslasten weiter erhöht werden. Zudem sollen neben einer (wegen der Mautausweitung) höheren Infrastrukturmaut den Lkw auch sogenannte externe Kosten – Luftverschmutzungskosten und erstmals auch Lärmkosten in Rechnung gestellt werden.

Durch die Anhebung aller Mautsätze für schwere Lkw rechnet der Bund bis 2022 mit Mehreinnahmen in Höhe von insgesamt 4,16 Mrd. Euro, also über 1 Mrd. Euro mehr pro Jahr. Das mautpflichtige Streckennetz in Deutschland umfasst rund 51.000 km.

Seit dem 1. Januar 2019 werden folgende vier Gewichtsklassen differenziert:

  • 7,5 t bis 11,99 t
  • 12 t bis ≤ 18 t
  • 18 t mit bis zu 3 Achsen
  • 18 t mit 4 und mehr Achsen
    >> BGL zur Maut 2019

Quelle: BGL – Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung, Frankfurt

>> Mautsätze ab 01.01.2019

>> Die neue Gewichts- und Achsdeklaration

>> Anleitung zur Bedienung – obu_Maut_toll_collect.pdf

Quelle: Toll-Collect

>> Mautkalkulator – Testversion
Quelle: PTV Planung Transport Verkehr AG, Karlsruhe

>> Lkw-Maut
Quelle: BAG – Bundesamt für Güterverkehr

>> Lkw-Maut
Quelle: BMVI – Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, Berlin

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