Folgen von Übermüdung und Sekundenschlaf am Steuer

Fernfahrerstammtisch auf dem SVG-Rasthof in Kirchheim befasste sich mit der Problematik des Sekundenschlafs

Die (möglicherweise gravierenden) Folgen von Übermüdung und Sekundenschlaf standen im Mittelpunkt des Fernfahrerstammtisches auf dem SVG-Autohof in Kirchheim (Foto: privat)Beim Fahren von Kraftfahrzeugen beeinträchtigt Müdigkeit die Wahrnehmung bis hin zu Halluzinationen. Beim Abschätzen von Abständen treten Fehler auf. Müde Fahrer machen unnötige und ruckartige Lenkradbewegungen oder bremsen ihr Fahrzeug grundlos heftig ab. Das gilt für Pkw-Fahrer ebenso wie für Lkw-Fahrer.

Die Ursachen des Sekundenschlafs, die rechtlichen Folgen und Maßnahmen gegen Übermüdung sind Themen gewesen, die am 4. April auf dem SVG -Rasthof in Kirchheim erörtert wurden. Im Mittelpunkt stand das Stammtischteam der Hessischen Polizei mit Polizeihauptkommissar Peter Lang.

Als sachkundige Partner wurde die Aktion durch die Selbsthilfegruppe Schlafapnoe Hersfeld-Rotenburg unterstützt. Zudem war mit Heinz-Werner Schade, Dezernent für Arbeitsschutz und Sicherheitstechnik beim RP Kassel, der Fachmann für Sozialvorschriften im Straßenverkehr, Lenk- und Ruhezeiten der Berufskraftfahrer, vor Ort.

Zahlreiche Lkw-Fahrer fanden sich am Infostand der Polizei ein und informierten sich über die Ursachen, Gefahren und Folgen von Übermündung am Steuer.

Dabei wurde ihnen durch die Polizei deutlich gemacht, dass bis zu 25 Prozent aller Verkehrsunfälle auf Übermüdung zurückzuführen sind. Besonders deutlich wird das Problem bei der Überlegung, dass ein Fahrzeug bei einer gefahrenen Geschwindigkeit von 100 km/h in einer Sekunde Schlaf 28 Meter blind und reaktionslos zurücklegt.

Jeder Fahrer, der täglich auf langen Strecken unterwegs ist, sollte mit diesem Phänomen sehr selbstkritisch umgehen. Laut Angaben von MEDICA.de sind 2,5 Millionen der bundesdeutschen Bürger im Alter zwischen 20 und 60 Jahren von der Schlafkrankheit Schlafapnoe betroffen, und oft weiß der Betroffene gar nichts von seiner Erkrankung.

Nicht unbeachtet bleiben dürfen dabei allerdings die klassischen Faktoren wie Stress, unregelmäßige Arbeitszeiten der Fahrer, hoher Zeit- und Termindruck, fahrt- und verkehrsbezogene Rahmenbedingungen sowie die Lenkzeitüberschreitung respektive die Nichteinhaltung der vorgeschriebenen Ruhezeiten und Fahrtpausen.

Am späten Nachmittag, bei Ende der Aktion, waren sich alle Beteiligten einig, zum Thema Erhöhung der Verkehrssicherheit einen weitern guten Beitrag geleistet zu haben.

Emil Hahner

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