Erhöhte Unfallgefahr durch manipulierte LKW

Videoaufzeichnung über drei Manipulationsmöglichkeiten

Üble Folgen eines Unfalls (Foto: Archiv)

Üble Folgen eines Unfalls (Foto: Archiv)

Verkehrsunfälle durch übermüdete LKW-Fahrer haben zugenommen, sagt die Polizei. Genauso wie Unfälle, bei denen der LKW manipuliert wurde. In einem Fall ist ein 40-Tonner auf einen PKW aufgefahren. Die PKW-Fahrerin starb. Grund für den Unfall: Der LKW-Fahrer hatte mit einem Magneten seine Kontrollgeräte manipuliert.

In der Fernsehsendung „Markt“ des Westdeutschen Rundfunk Köln wurde am Montag, 9. März 2015 über

„Verkehr: Manipulierte LKW“ folgendes berichtet und per Video aufgezeichnet:

Immer mehr LKW-Fahrer nutzen kleine Magnete, um Kontrollbehörden über ihre wahren Lenk- und Ruhezeiten zu täuschen. Die Manipulation kann bei manchen LKW allerdings auch dazu führen, dass wichtige Sicherheitssysteme wie ABS, Spurhaltesysteme und Abstandswarnsysteme nicht mehr funktionieren. Die Folge: schlimme Unfälle.

  • Moderne Fahrtenschreiber – von wegen manipulationssicher

Die LKW sind heutzutage mit modernen digitalen Fahrtenschreibern ausgestattet, die die Lenk- und Ruhezeiten genau überwachen. Manipulationssicher sind sie – könnte man meinen. Ist aber nicht so. Wie einige Fahrer die Fahrtenschreiber manipulieren, erklärt Michael Flohre von der Autobahnpolizei Osnabrück. „Man muss nur wissen, wo am Getriebe der Sensor eingebaut ist. Er sieht aus wie eine Zündkerze beim Auto, Mofa oder Motorrad.“ Dann brauche man nur einen starken Magneten. „Den setze ich dann einfach entsprechend an den Sensor an und schon unterbreche ich die Datenleitung zwischen Sensor und Kontrollgerät“, sagt Michael Flohre.

  • Manipulationen mit Fahrerkarten

Bei Kontrollen schaut die Polizei regelmäßig unter die LKW. Sie sucht dort nach Spuren von Manipulationen, wo in der Regel der Magnet angebracht wird. Aber der Magnet ist nicht das einzige Mittel zur Manipulation. Auch Fahrerkarten werden missbraucht. Jeder Fahrer hat eine Karte, die die Polizei mit ihren Computern auslesen kann, um festzustellen, ob die Vorschriften eingehalten wurden.

  • Fahrerkarten: leicht zu bekommen, schwer zu kontrollieren 

Natürlich kennt die Polizei auch den Trick mit dem Kartentausch. Ab und an finden die Beamten auch eine zweite Karte im Fahrerhaus – oft von Familienangehörigen oder dem Chef. Allerdings darf die Polizei den Fahrer nicht ohne konkreten Verdacht durchsuchen.

Und es gibt noch ein Problem: Jeder Führerscheininhaber kann ganz einfach an eine Fahrerkarte kommen.

  • Fahrtenschreiber hacken

Eine dritte Manipulationsmöglichkeit ist das Hacken des Fahrtenschreibers – auch Tachograph genannt. Zum Teil werden auf die Platine des Geräts zusätzliche Kabel aufgelötet und eine Blackbox zwischengeschaltet. Angebote für das Hacken des Fahrtenschreibers gibt es im Internet viele. Wie unser Informant sagt, würden sie vor allem von Osteuropäern gerne genutzt. Mit Hilfe der Zusatzgeräte könnten Fahrt- und Ruhezeiten manipuliert werden.

Der Verband Spedition und Logistik NRW e. V. kennt die Problematik, sagt aber, dass es sich dabei um Einzelfälle handle. Fast die gesamte Branche würde anständig arbeiten und sich an Recht und Gesetz halten. Aber selbst wenn es nur einige wenige sind, die sich nicht daran halten, sind es zu viele, denn sie bringen Unbeteiligte in Lebensgefahr.

Den ausführlichen Originalbericht mit Bildern finden Sie unter folgendem Link:

>> www.wdr.de

Quelle: Westdeutscher Rundfunk Redaktion „markt“ 50600 Köln

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