Lkw-Stellplätze – ein Dauerthema

Förder-Richtlinie des BM für Digitales und Verkehr 2024 soll greifen.

Stellflächen in nahegelegenen Industriegebieten sind begehrt.

Was hängt alles davon ab, ob die Fahrerinnen und Fahrer am Ende ihrer Tageslenkzeit zeitnah einen geeigneten Stellplatz für ihren Transporter finden ?

In erster Linie sind es die Sozialvorschriften – Lenk- und Ruhezeiten, die dem Fahrpersonal regelrecht „im Nacken hängen“. Findet er/sie keinen Parkplatz, entstehen zusätzlich Stress und Unzufriedenheit.

Vor diesem Hintergrund sind die zuständigen Behörden seit Jahren bemüht, für mehr Lkw-Stellplätze an Autobahnen zu sorgen.

Zahlen und Fakten:
Das zuständige Bundesministerium hat in den letzten zwölf Jahren mehr als 1,2 Milliarden Euro aus dem Bundeshaushalt in neue Lkw-Parkmöglichkeiten investiert. Im April 2018 wurde im Auftrag des Ministeriums eine bundesweite Erhebung zur Lkw-Parksituation entlang der Autobahnen durchgeführt und ausgewertet – zum dritten Mal nach 2008 und 2013.

Im Ergebnis haben sich die Lkw-Abstellmöglichkeiten auf und an Autobahnen seit 2008 deutlich erhöht:

2008: gab es rund      53.900 Lkw-Abstellmöglichkeiten
2013: waren es          60.400 Lkw-Abstellmöglichkeiten
2018: nahezu             70.800 Lkw-Abstellmöglichkeiten

Aufgrund der guten konjunkturellen Entwicklung der vergangenen Jahre hat sich derweil die Anzahl der nachts abgestellten Lkw deutlich erhöht: Laut Erhebungen suchten

2008: rund 68.100 Lkw-Fahrer einen Abstellplatz
2013: rund 71.300 Lkw-Fahrer und
2018: rund 94.100 Lkw-Fahrer.

Aus diesen Erhebungen ergibt sich ein immer größer werdender Fehlbedarf an Abstellplätzen – heute aktuell zwischen 25.000 und 30.000 Parkflächen.

Mit kombinierten Modellen will das Verkehrsministerium hier zügig Abhilfe schaffen. Auch die Bereitstellung privater Stellflächen und die Initiative von Sponsoren sollen unter bestimmten Voraussetzungen gefördert werden.

Für mehr Lkw-Parkplätze an Autobahnen veröffentlichte das Ministerium im Bundesanzeiger eine neue Förderrichtlinie. Ziel des Programms ist, dass im Drei-Kilometer-Radius von Autobahnanschlussstellen zusätzliche Lkw-Stellplätze entstehen. Dafür stellt das Ministerium im ersten Schritt 90 Millionen Euro bis zum Jahr 2024 bereit. Förderanträge können ab Mitte Juli beim Bundesamt für Güterverkehr (BAG) gestellt werden.

Darüber hinaus will das Ministerium mit einem Fünf-Punkte-Plan für besseres Lkw-Parken beitragen. Im wesentlichen sieht das Programm vor:

  1. Neue Lkw-Parkmöglichkeiten auf den Rastanlagen des Bundes schaffen.
  2. Verstärkter Einsatz telematischer Parkverfahren (Kolonnen- und Kompaktparken).
  3. Reduzierung des Lkw-Parksuchverkehrs durch den Einsatz von Parkleitsystemen.
  4. Optimierte Nutzung des vorhandenen Lkw-Parkraums.
  5. Prüfung neuer Parkraummodelle in Autobahnnähe.

    Auf Autohöfen sind Lkw-Parkplätze oft ein stück weit kostenpflichtig – zum Leidwesen der Fahrer.

>> Ministerium startet Förderung für mehr Lkw-Parkplätze
Quelle: Bundesministerium für Digitales und Verkehr, 10115 Berlin

 >> Förderprogramm Stellplätze
Quelle: Bundesamt für Güterverkehr, 50672 Köln 

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