Betrunkener Lkw-Fahrer parkt auf der Autobahn . . .

. . . und hält ein Nickerchen.

POLIZEI, Bund gegen Alkohol und Drogen, der DVR, Verkehrsvereine sowie zahlreiche soziale Einrichtungen kämpfen mit Aufklärung gegen Alkohol im Straßenverkehr.

„Alkohol macht müde“ – nach Alkohol satt tritt die Müdigkeit ein. Das sind zwei Komponenten, die gar nicht zum Straßenverkehr passen, und schon gar nicht als Fahrerin oder Fahrer. Und wenn ein mit 23 Tonnen beladener Tanklastzug am frühen Abend auf dem rechten Fahrstreifen der A 5 parkt, dann herrscht allerhöchste Alarmstufe.

Aufgeschreckte Verkehrsteilnehmer alarmierten die Bad Hersfelder Autobahnpolizei, die den Lastwagen am Hattenbacher Dreieck tatsächlich auf der rechten Fahrspur geparkt vorfand. Gegen 20:00 Uhr, bei vollständiger Dunkelheit, hatte der Fahrer seine Scheibengardinen bereits zugezogen und wollte seine Lenkzeitunterbrechung offenbar als Ruhezeit nutzen.

Die beiden Polizeibeamten staunten nicht schlecht, als der 34-jährige Lkw-Fahrer einen Wert um die 2 Promille in das Atem-Alkohol-Testgerät pustete. Was folgte, ist ein regelrechtes Dilemma für den Fahrer und auch für das Unternehmen. Neben dem Entzug der Fahrerlaubnis, einer Sperrfrist bis zu einem Jahr und einer Geldstrafe steht für den Fahrer u.U. auch noch der Arbeitsplatz auf dem Spiel.

Alkoholeinfluss ist neben Überhöhter oder nicht angepasster Geschwindigkeit, Falschem Überholen und Nichtbeachten der Vorfahrt nach wie vor eine derjenigen Hauptunfallursachen, die für zu viele Verkehrstote ursächlich sind. Laut Erhebungen der Data-Plattform STATISTA in Hamburg erlitten 2019 bei 35000 Verkehrsunfällen in Deutschland 17 183 Personen Verletzungen mit unterschiedlicher Schwere und 228 Personen ( Fahrer, Fahrzeuginsassen, Zweiradfahrer und Fußgänger ) kamen zu Tode.

>> Alkoholunfälle in Deutschland 1995 bis 2019
Quelle: Statista GmbH, 20 355 Hamburg

>> Lkw fährt auf der A 5 Schlangenlinien
Quelle: Osthessen News, Medienkontor M. Angelseine, 36 041 Fulda

 

 

Hess. Innenminister fordert „Null Promille für Lkw-Fahrer“.

Alkohol- und Drogeneinwirkung gefährden hochgradig die Verkehrssicherheit.

Am vergangenen Wochenende sorgte ein aufmerksamer und couragierter rumänischer Lkw-Fahrer auf der A 7 – Nähe Fulda – dafür, dass ein erheblich betrunkener Berufskollege `aus dem Verkehr gezogen wurde `.

Jener Sattelzuglenker fuhr in Schlangenlinien vor dem Rumänen her und benötigte offensichtlich mehr als eine oder gar zwei Fahrspuren. Der nachfolgende Fahrer verständigte die Fuldaer Autobahnpolizei und blieb im Abstand hinter dem Gefährder. Als dieser nach einigen Kilometern auf einen Parkplatz fuhr, folgte ihm der Zeuge, trat an das Fahrzeug heran und nahm dem betrunkenen Fahrer den Zündschlüssel weg. Den übergab er der kurz darauf eintreffenden Polizeistreife.

. . . und die Polizisten staunten nicht schlecht, als der Alkoholvortest mehr als 4 Promille anzeigte. Während sich der Verkehrssünder auf der Polizeiwache wiederfand, erhielt der rumänische Fahrer ein großes Lob für sein vorbildliches Verhalten.

Fazit
Unglaublich; unverantwortlich; da fehlt jegliches Verantwortungsbewusstsein. Lkw-Fahrer als Berufskraftfahrer tragen mit ihren tonnenschweren Fahrzeugen eine besondere Verantwortung. Andere Verkehrsteilnehmer müssen darauf vertrauen können, dass hier eine qualifizierte, gut ausgebildete und pflichtbewusste Person hinter dem Steuer sitzt.

Vor diesem Hintergrund forderte der Hess. Innenminister Peter Beuth bereits im März die Null Promille Regelung für Lkw-Fahrer. „Berufskraftfahrer tragen eine besondere Verantwortung, Unfälle mit Beteiligung von Lastern können schlimmste Folgen für zahlreiche Verkehrsteilnehmer haben. Deshalb haben wir auch den Kontrolldruck erhöht“, sagt der Oberste Dienstherr der Hess. Polizei.

Der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) e.V. spricht sich zusammen mit seinem hessischen Landesverband für regelmäßige AlkoholKontrollen aus und fordert humanere Arbeitsbedingungen für LkwFahrer aus Osteuropa.

Bedingt durch eine Häufung dieser Vorfälle, dass Lkw-Fahrer mit hohen Promillewerten auf Deutschlands Autobahnen unterwegs sind, verstärkt die Polizei bundesweit ihre Kontrollaktivitäten. So letztens auch in der Oberpfalz, wo mehreren Fahrern bereits vor Fahrtantritt wegen Alkoholeinwirkung untersagt wurde, die Weiterfahrt anzutreten.

>> Verkehrsunfallstatistik 2018 – Null Promille für Lkw-Fahrer
Quelle: Hessisches Ministerium des Innern und für Sport, Wiesbaden

>> Alkoholkontrolle bei noch pausierenden Lkw-Fahrern
Quelle: Bayrischer Rundfunk, München

>> Großkontrolle der Hess. Polizei
Quelle: Hessischer Rundfunk, Ffm

>> Alkoholkontrollen_bei Lkw-Fahrern mit bedenklichen Ergebnissen
Quelle: Hess. Fachverband Güterkraftverkehr und Logistik

 

 

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