Nachhaltige Folie

Was ist nachhaltige Folie?

Nachhaltigkeit beinhaltet u. a. Ressourcenschonung und die Wiederverwendung gebrauchter Materialien. Bei der Herstellung von Folien können diese Aspekte durch folgende Maßnahmen erreicht werden: Materialeinsparungen, d. h. reduzierte Folienstärken, Verwendung alternativer, nachwachsender Rohstoffe, die fossile Ressourcen schonen sowie Förderung einer Kreislaufwirtschaft, die gebrauchte Folien wiederverwertet.

Nachhaltige Folie in 60 sec.

Nachhaltige Folie in 60 Sekunden

Nachhaltige Verpackungslösungen im Bereich Folie umfassen Ressourcenschonung, Recycling und Wiederverwendung des Materials.

Geschlossene Wertstoffkreisläufe, in denen Rohstoffe nicht ver-braucht werden, sondern möglichst lange ge-braucht werden, bieten die größten Potenziale im Hinblick auf Nachhaltigkeit – vorausgesetzt, die Rückgewinnung der Rohstoffe ist mit einem vertretbaren Energieaufwand möglich. Folien, die nach der Verwendung nicht recycelt werden können und stattdessen einer thermischen Verwertung zugeführt, sprich verbrannt werden, gehen als Ressourcen verloren.

Als nachhaltige Alternativen zu herkömmlichen Folien aus erdölbasiertem Polyethylen gelten solche aus nachwachsenden Rohstoffen. Dazu zählt bspw. biobasiertes Polyethylen (PE), das mithilfe chemisch-technischer Verfahren aus stärke- oder cellulosehaltigen Pflanzen gewonnen wird. Bio-Folien können biologisch abbaubar sein, müssen es aber nicht. Das kann aber auch ein Vorteil sein, wenn diese Folien recyclingfähig sind und durch Regranulierung Rohstoffe für neue Folien entstehen.

Nachhaltig ist eine Folie letztlich nur, egal ob aus biobasiertem PE oder fossilem PE, wenn die Umwelt durch die Gewinnung des Rohstoffs, den Verarbeitungsprozess sowie das Recycling und die Produktion neuer Folien möglichst wenig belastet wird. Insofern muss man sich das Gesamtkonzept einer als nachhaltig bezeichneten Folie genau ansehen.

Wann gelten Folien als nachhaltig?

Wann gelten Folien als nachhaltig?Der Markt nachhaltiger Verpackungen und Folien wächst. Etablierte Unternehmen wie auch Start-ups setzen zunehmend auf unterschiedliche nachhaltige Lösungen:

  • biobasierte Kunststoffe,
  • biologisch abbaubare Ausgangsmaterialien,
  • Materialeinsparungen und
  • Verwendung von Rezyklaten aus benutzten Folien.

Die Europäische Kommission setzt sich besonders für recycelbare Kunststoffverpackungen ein: Bis zum Jahr 2030 sollen alle recyclingfähig sein. Je nachdem wie weit man den Begriff der Nachhaltigkeit fasst, können folgende Verpackungslösungen als nachhaltig gelten:

Folien aus biobasierten Kunststoffen

Den Rohstoff für biobasierte Folien liefern überwiegend Pflanzen, die reich an Stärke oder Cellulose sind, z. B. Zuckerrohr, Mais, Miscanthus, oder Holz. Manche sprechen verkürzt von Bio-Kunststoff, wobei das etwas irreführend ist, da der Kunststoff nicht natürlicherweise in der Pflanze vorhanden ist, sondern in Form von Polymeren vorliegt, die erst mittels chemisch-technischer Verfahren zum Rohstoff für Folien, z. B. zu Polyethylen (PE), umgewandelt werden müssen.

Biobasierte Kunststoffe können biologisch abbaubar sein, müssen es aber nicht. PE aus biobasiertem Kunststoff und PE auf Erdölbasis sind chemisch weitgehend identisch und ein wertvoller Rohstoff, der sehr gut recycelt werden kann. Er ist allerdings nicht biologisch abbaubar, zersetzt sich also bei bestimmten Bedingungen nicht zu CO2 und Wasser.

Biologisch abbaubare Folien

Bio-Folien, die sich unter bestimmten Bedingungen zersetzen, können aus Stärke, Cellulose, abbaubaren Polyestern, Polylactid oder einer Mischung dieser Stoffe bestehen. Es gibt aber auch Polyester aus Erdöl, wie Polybutylensuccinat, die sich unter bestimmten Bedingungen zersetzen. Der Ausgangsstoff alleine ermöglicht daher keine Schlussfolgerungen hinsichtlich der Zersetzungsfähigkeit.

Materialsparende Folien

Folien, die als Primärverpackung für Lebensmittel wie Fleisch, Wurst und Käse verwendet werden oder als Palettenfolie zur Ladungssicherung, müssen besonders reißfest und durchstoßsicher sein. Innovative Folienhersteller zeigen, dass für ein hohes Maß an Sicherheit nicht unbedingt eine hohe Materialstärke erforderlich ist: Palettenfolien mit doppelt verstärkten Kanten ermöglichen beispielsweise eine Reduktion der Folienstärke insgesamt und erhöhen durch die beim Wickeln entstehende Schnurbildung sogar die Stabilität der Ladeeinheit. Ressourcenschonende herkömmliche Folien aus fossilen Rohstoffen können im weitesten Sinne als umweltfreundlich bzw. nachhaltig gelten, wenn sich das Material gut recyceln lässt.

Nachhaltige Folien aus recycelten Materialien

Durch Recycling verbleiben Rohstoffe im Wertstoffkreislauf, ein Ver-brauch findet nicht statt, sondern nur ein Ge-brauch. Dieser Ansatz ist tatsächlich nachhaltig und umweltfreundlich: Anstatt immer neue Quellen für die Gewinnung von Rohstoffen zu erschließen, die fossile oder (begrenzt) nachwachsende Ressourcen ver-brauchen, setzt Recycling auf den Erhalt der Rohstoffe.

Voraussetzung ist, dass Verpackungen nach der Verwendung einer ordnungsgemäßen Verwertung zugeführt werden und so tatsächlich im Wertstoffkreislauf verbleiben. Werden gebrauchte Folien einem sachgerechten, sortenreinen Recycling zugeführt, können daraus neue, hochwertige Verpackungen entstehen.

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Sind nachhaltige Folien kompostierbar?

Verpackungen aus biologisch abbaubaren Kunststoffen sind unter bestimmten Voraussetzungen, z. B. hohe Temperaturen, kompostierbar. Problematisch für die industrielle Kompostierung ist allerdings, dass die Kompostieranlagen zumeist nicht zwischen kompostierbaren und nicht abbaubaren Kunststoffen unterscheiden können. Daher werden die Folien zu Beginn des Prozesses ausgesiebt. Der Wert kompostierbarer Kunststoffe für die Umwelt ist gering, da durch den Zerfallsprozess kein Humus gebildet wird, sondern lediglich Wasser und CO2.

Wie steht es um die CO2-Bilanz und die Ökobilanz biobasierter Folien?

Beim Vergleich der CO2-Bilanz schneiden nachwachsende Rohstoffe auf den ersten Blick besser ab: Pflanzen nehmen beim Wachsen CO2 aus der Luft auf, das dann bei der Verwertung wieder freigesetzt wird. Bei der Gewinnung von Erdöl wird hingegen nur CO2 abgegeben.

Die Ökobilanz erfasst die gesamten Auswirkungen auf die Umwelt, nicht nur die Treibhausgasemissionen. Hierfür muss eine Fülle von Faktoren berücksichtigt werden, z. B.:

Ökobilanz biobasierter Folien

  • Wie viel Fläche wird für den Anbau von Pflanzen zur Gewinnung biobasierter Rohstoffe benötigt?
  • Wie wirkt sich die intensive Bewirtschaftung auf die Bodenqualität aus – Stichwort Überdüngung?
  • Steht der Anbau von Pflanzen für biobasierte Kunststoffe in Konkurrenz zur Lebensmittelproduktion?
  • Wie wirken sich Flächen mit Monokulturen auf die Biodiversität aus?
  • Erfordert der Anbau der Rohstoffpflanzen den Einsatz von Pestiziden?
  • Können die Verpackungen recycelt und wiederverwertet werden?

„Bio-Folien“ aus biobasiertem, pflanzlichem PE schonen endliche fossile Ressourcen, verbrauchen aber Flächen, die für den Anbau anderer Pflanzen nicht zur Verfügung stehen. Für das ökologische System wichtige Wälder und Ausgleichsflächen gehen verloren. Zudem sind auch pflanzliche Rohstoffe weder unbegrenzt noch zu jeder Zeit verfügbar und damit nicht immer die bessere Lösung.

Dementsprechend ist die Ökobilanz biobasierter Kunststoffe laut Umweltbundesamt (02/2020) nicht unbedingt besser als diejenige fossiler Rohstoffe.

Können mehrschichtige Folien recycelt werden?

Können mehrschichtige Folien recycelt werden?Das Recycling sortenreiner Kunststoffe ist problemlos möglich. Eine größere Herausforderung sind mehrschichtige Folien, wie sie vor allem im Bereich der Lebensmittelverpackung verwendet werden. Die einzelnen Schichten bestehen zu unterschiedlichen Prozentsätzen u. a. aus Polyethylen, Polypropylen und Polyamid. Die individuelle Kombination sorgt dafür, dass Frische und Aroma erhalten werden, die Verpackung durchstoßsicher und undurchlässig für Stoffe und Gase von außen ist. Diese sogenannten Mulitlayer-Verpackungen sind nicht ganz so leicht zu recyceln wie sortenreine Kunststoff-Verpackungen, können aber mit speziellen Verfahren auch zu 100 Prozent wiederaufbereitet und in einem geschlossenen Kreislauf zurück in den Produktionsprozess eingespeist werden.

Mittlerweile gibt es Zusätze in der Folie wie z. B. Verträglichkeitsvermittler (Compatibilizer), die auch eine Hoch-Barrierefolie, die bislang nur bei einem EVOH(Barriereschicht)-Anteil von <5 % als recycelfähig galt, heute vollumfänglich recycelfähig machen. Der Trend, mit diesen Folien die vielfach noch eingesetzten Verbundfolien zu ersetzen, unterstützt und vereinfacht dabei ganz erheblich den Kreislauf-Gedanken.

Sind biologisch abbaubare oder recyclingfähige Folien nachhaltiger?

Das Umweltbundesamt vertritt auf seiner Website die Ansicht, dass abbaubare Produkte nicht nachhaltig sind und zu einem achtlosen Umgang mit Verpackungen und einer Vermüllung der Umwelt beitragen könnten. Die Zukunft umweltfreundlicher Verpackungen liegt also weniger in alternativen Kunststoffen, die sich irgendwann zersetzen, als vielmehr in häufig wiederverwendbaren, recyclingfähigem, recyceltem Material. Dass es technisch und ohne Qualitätseinbußen möglich ist, Rezyklate in hohem Maße bei der Herstellung neuer Folien zu verwenden, zeigen innovative Folienhersteller bereits heute.

Kann nachhaltige Folie im Bereich der Ladungssicherung verwendet werden?

Nachhaltige Folie im Bereich der LadungssicherungIm Bereich der Ladungssicherung gibt es bereits nachhaltige Palettenfolien mit einem hohen Anteil an Rezyklaten und exzellenten Produkteigenschaften. In Kombination mit BIO-Antirutschmatten aus Papier bzw. Wellpappe entstehen so ökologische Ladungssicherungskonzepte, die Waren auf Paletten optimal sichern. Wenn Papier und Folien nach Gebrauch einem sinnvollen Recycling zugeführt werden, ist das ein entscheidender Schritt in Richtung geschlossener Wertstoffkreisläufe. Das gleiche gilt für Kombinationen von Folie und Papier zur Verpackung von Lebensmitteln. Können beide Materialien problemlos voneinander getrennt und recycelt werden, kann man auch hier von einer nachhaltigen Verpackung sprechen.

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