Primärverpackung – Formkörper

Definition – Was sind Formkörper aus Kunststoff?

Formkörper im Bereich der Verpackung bezeichnen in der Regel Hohlkörper, die überwiegend durch Extrusionsblasformen hergestellt werden. Sie dienen der späteren Aufnahme meist flüssiger oder pulverförmiger Stoffe, deren Transport und Lagerung.

 

Herstellung – Wie werden Formkörper aus Kunststoff hergestellt?

Beim Verfahren des Extrusionsblasformens wird ein meist thermoplastischer Kunststoff aufgeschmolzen und in eine Vorform gebracht. Durch das Einblasen von Luft wird ein Hohlraum in den Formling gebracht, was dann zum fertigen Artikel führt. Das Verfahren ist kontinuierlich, schnell und gut automatisierbar. Überstehende Ränder oder anderer Ausschuss können direkt wieder in den Prozess eingebracht werden. Häufig kann bei der Herstellung Recyklat eingesetzt werden, was somit Ressourcen schont und dem Gedanken der Wiederverwertung von Kunststoffen Rechnung tragen kann.

Anwendungszweck – Wozu dienen Formkörper aus Kunststoff?

Durch das Einfüllen von Packgütern werden diese dosiert, geschützt und in ihren äußeren Begrenzungen definiert. Formkörper können oftmals gestapelt und damit zu einer Ladeeinheit zusammengefügt werden. Das Handling der in der gewünschten Größe verwendeten Hohlkörper wird vereinfacht und dem erforderlichen Zweck entsprechend optimiert.

Anwendungsbereich – Wo werden Formkörper aus Kunststoff eingesetzt?

Neben Flaschen, Fässern oder Kanistern in unterschiedlichen Größen zählen zu den Formkörpern auch Isolierboxen aus EPS (Styropor®) oder große Verkleidungsteile im Apparatebau. Durch die individuelle Gestaltung der Blaswerkzeuge können gezielte Verpackungslösungen entwickelt werden (z.B. Henkel an Flaschen).

Besonderheiten / Zusatzinformation – Wissenswertes über Formkörper

Der hohen Flexibilität bei der Fertigung im Rahmen des Extrusionsblasformens stehen oft Nachteile derart gegenüber, dass nach Fertigung der Formkörper viel „Luft“ zur eigentlichen Anwendung der Verpackung transportiert werden muss. Aus diesem Grund werden inzwischen Kanister bereits als Standbodenbeutel gefertigt oder PET-Flaschen erst kurz vor dem Befüllen in die finale Form „aufgeblasen“. Im letzteren Bereich hat sich ein komplettes Segment des Maschinenbaus dahingehend weiterentwickelt. Mehrweg-Flaschen im Getränkebereich werden inzwischen in der Regel als Rohlinge in den Abfüllbetrieben angeliefert, mit UV-Strahlung erwärmt und in Formwerkzeugen zur verwendbaren Flasche geblasen.

Ständige Weiterentwicklungen haben zum Ziel, mit reduzierten Wandstärken Material zu sparen, ohne an Festigkeit oder Steifigkeit zu verlieren. Auch die Kombination verschiedener Kunststoffe im sogenannten „Coex-Verfahren“ oder die Einbettung von Metallen optimieren die späteren Anwendungen.

Hohlkörper jedweder Form sind ein Sinnbild der aktuellen Diskussion um Plastikmüll z.B. in den Weltmeeren. Die verbesserte Sammlung und Wiederaufbereitung sind die Aufgaben der Zukunft.

Vorteile – Welche Vorteile haben durch Extrusionsblasformen hergestellte Formkörper?

Formkörper aus Kunststoff haben durch die Verwendung des Werkstoffes Polyethylen geringe Herstellkosten. Oftmals ist bei der Fertigung zudem ein hoher Anteil an Recyclingmaterial verwendbar.

Durch das Fertigungsverfahren Extrusionsblasformen sind recht flexible Gestaltungsmöglichkeiten umsetzbar. Einzelgebinde verfügen über ein gutes Handling und lassen sich sehr gut als Transportverpackung einsetzen. Auch die Kombination diverser Gebinde zu einer Ladeeinheit stellt einen enormen Pluspunkt für diese Art der Verpackung dar.

Kunststoff-Formkörper sind gut sammelbar und können über ein Recycling leicht wieder als Rohstoff in den Zyklus eingebracht werden.

Nachteile – Welche Nachteile haben Formkörper aus Kunststoff?

Auf Grund hoher Transportkosten durch hohen Platzbedarf im unbefüllten Zustand zeigen Formkörper aus Kunststoff hier gravierende Nachteile. Auch entleerte Gebinde verfügen über die gleiche Problematik. Große Teile des sogenannten Müllbergs bestehen aus Flaschen, Behältern und Kanistern. Vorrichtungen zum frühzeitigen Schreddern sind nur selten verfügbar, so dass diese Verpackungen zu einem Sinnbild des Abfallproblems geworden sind.

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