Sekundärverpackung – Luftpolsterfolie

Definition – Was ist Luftpolsterfolie?

Luftpolsterfolie ist eine elastische, meist durchsichtige Kunststofffolie, in zwei- oder dreilagiger Ausführung, die zu ca. 99 % aus Luft und ca. 1% umweltfreundlicher PE-Folie besteht.

Herstellung – Wie wird Luftpolsterfolie hergestellt?

Luftpolsterfolie setzt sich aus mindestens zwei Schichten zusammen. Die Flachfolien werden über Heizwalzen erwärmt und kurz vor den Schmelzpunkt gebracht (ca. 200°C). Anschließend fährt eine der zähflüssigen Bahnen über eine Form-Walze (Noppenzylinder), welche als Negativform für die späteren Noppen dient. Durch Vakuum wird die Folie angezogen und gleichzeitig mit der zweiten Bahn (Deckfolie) verschlossen. Für dreilagige Luftpolsterfolien wird eine weitere Schicht auf die Noppenbahn kaschiert. Dies macht die Folie noch stabiler und belastbarer.

Neben Standard-Ausführungen ist Luftpolsterfolie auch weiter veredelt erhältlich als antistatische, elektrisch leitfähige, metallisierte Folie, papierbeschichtet, schaumbeschichtet oder auch selbsthaftend.

Weiterhin ist die Fertigung unterschiedlicher Blasengrößen durch die Auswahl des entsprechenden Noppenzylinders möglich.

Anwendungszweck – Warum setzt man Luftpolsterfolie ein?

Diese Folie wird bei der Verpackung leicht zerbrechlicher und auch druckempfindlicher Gegenstände sehr effizient zur Polsterung eingesetzt, aber auch zur Isolierung oder zur Hohlraumfüllung benutzt.

Des Weiteren wird Luftpolsterfolie zum Schutz vor Kratzern und Staub auf wertvollen Oberflächen und Gegenständen verwendet, beispielsweise beim Transportieren aber auch Lagern von Möbeln, Porzellan oder Bildern.

Für welche Sonderzwecke gibt es Lösungen mit speziellen Luftpolsterfolien?

Antistatische Luftpolsterfolie wird speziell für den Schutz von Produkten aus der Elektronik-Branche eingesetzt. Bedingt durch eine spezielle Rezeptur der Folie ist diese ableitfähig, wodurch das damit verpackte Produkt nicht nur vor Beschädigungen, sondern auch vor statischer Aufladung geschützt wird. Als Produktbeispiel kann ein Datenträger oder eine Grafikkarte angeführt werden.

Das genaue Gegenteil der vorgenannten Ausführung ist die elektrisch leitfähige Ausführung der Luftpolsterfolie. Diese, meist schwarz eingefärbte, Version wird dort eingesetzt, wo Bauteile durch elektrostatische Entladung (auch bezeichnet mit ESD) zu Beschädigungen führt. Betroffen von dieser Anforderung sind bspw Computerbauteile wie Chips.

Um Produkte zu schützen, die anfällig für Korrosion sind, wurde eine Luftpolsterfolie entwickelt, die über eine besondere Beschichtung verfügt. Man nennt diese Ausführung VCI-Luftpolsterfolie. Beim Transport, aber auch für die Lagerung, solcher Warengruppen, ist es wichtig, die eingesetzte VCI-Folie geschlossen zu halten. So können die Wirkstoffe ausdampfen und innerhalb der Verpackung eine spezielle Atmosphäre erzeugen, die die Entstehung von Korrosion verhindern.

Wird die Verpackung geöffnet verflüchtigen sich die Wirkstoffe; auf dem Produkt bleiben keine Rückstände haften.

Für temperaturempfindliche Produkte empfiehlt sich der Einsatz einer metallisierten Luftpolsterfolie. Durch die einseitige Kaschierung mit Aluminium bewirkt diese Ausführung neben dem bekannten Schutz vor Kratzern und Oberflächenbeschädigungen eine optimale Wärmeisolation bzw. Kälteisolation der Produkte. Bspw. für Chemikalien und Kosmetika, aber auch im Lebensmittelbereich wird eine solche Luftpolsterfolie verwendet.

Metallisierte Luftpolsterfolien haben keinen Geruch, sind formaldehydfrei sowie lebensmittelunbedenklich einzustufen. Aber auch Eigenschaften wie die Resistenz gegenüber Öl und Säuren sowie chemische Neutralität sind vorhanden. Lichtundurchlässigkeit vervollständigt die besonderen Eigenschaften dieser Luftpolster-Ausführung.

Selbsthaftende, schaum- und papierbeschichtete Luftpolsterfolien runden die Sortenvielfalt ab.

Der Einsatz von selbsthaftenden Luftpolsterfolien bietet sich für Produkte an, die sehr stoßempfindlich sind wie bspw. Glas- oder Keramikprodukte, aber auch Porzellan. Mittels einer dünnen Schicht aus Klebstoff auf der Luftpolsterfolie selbst, haftet diese an der Oberfläche des Produktes, was eine optimale Anschmiegsamkeit garantiert. Aber auch Möbel lassen sich so optimal vor Oberflächenbeschädigungen schützen, da sich der aufgebrachte Klebstoff rückstandslos entfernen lässt.

Bei papierbeschichteten Luftpolsterfolien ist meist eine Luftpolsterfolie mit einem (Kraft-)Papier verbunden, um einen besseren Schutz stoßempfindlicher Packgüter zu ermöglichen. Bspw. bei Waren mit spitzen Kanten wie Fliesen, Möbeln aber auch Holz wird diese Ausführung eingesetzt. Grundsätzlich ist durch das Aufbringen des Papiers auf die Folienoberfläche somit auch eine verbesserte Beschriftung möglich.

Einen vergleichsweise noch besseren Oberflächenschutz bietet hingegen schaumbeschichtete Luftpolsterfolie. Gerade für den Versand (aber auch das Lagern) von Waren mit sehr kratzempfindlicher Oberfläche wie bei Glas oder lackierten Gegenständen empfiehlt sich der Einsatz von Luftpolsterfolie mit Schaumbeschichtung. Aber auch bei Edelmetallen wird diese Form des Produktschutzes häufig gewählt.

Anwendungsbereich – Wo wird Luftpolsterfolie gebraucht?

Im botanischen Bereich kann Luftpolsterfolie frostharte Kübelpflanzen bei Außen-Überwinterung als Einpackfolie vor Frostschäden schützen und auch Kälteschäden bei Zimmerpflanzen verhindern, wenn zwischen kalter Fensterscheibe und Topfpflanze eine Luftpolsterfolie eingebracht wird.

Daneben bietet sich die Luftpolsterfolie als sehr gute Alternative zu Teichfolie an, wenn bspw. ein Hochbeet / Kompostbehälter / Pflanzgefäß aus Holz gebaut wird und das Holz vor eindringender Feuchtigkeit geschützt werden soll, da die Luftpolsterfolie auch wasserunempfindlich ist.

Luftpolsterfolie eignet sich auch als Bastelmaterial.

In der Logistik als Transportverpackung wird die Luftpolsterfolie aufgrund der starken Pufferwirkung in einer Schutzfunktion eingesetzt. Möbel- und Automobilindustrie sichern mit Luftpolsterfolie sensible Teile wie bspw. Spiegel.

Auch die bekannten Luftpolstertaschen (Luftpolsterversandtaschen) bestehen zu einem großen Teil aus Luftpolsterfolie, welche im Inneren der Taschen eingearbeitet wird und somit kleinere Versandgegenstände optimal schützt.

Besonderheiten / Zusatzinformation – Wissenwertes über Luftpolsterfolie

Umgangssprachlich wird die Luftpolsterfolie auch Knallfolie, Knackfolie, Lufo / Lupo (-Folie), Blisterfolie, Noppenfolie, Blasenfolie oder Poppfolie genannt.

Die Luftpolsterfolie hat als „Humble Masterpiece“ im New Yorker Museum of Modern Art als Design-Exponat Einzug gefunden.

Seit 2001 wird in den USA jährlich am letzten Montag des Januars der „Ehrentag der Luftpolsterfolie“ („Bubble Wrap Appreciation Day“) begangen.

Im Internet sind über die Jahre sogar Fanseiten entstanden, da das Produkt auch als Spaßartikel verwendet wird. (Aufdrücken der Luftblasen, was einen kleinen Knall verursacht.)

Die Erfinder und erste Hersteller der Verpackungen schützten das Produkt „Bubble Wrap“ in 1957 durch ein weltweit gültiges Patent. (US3142599A, 2019-08-07, Application status is Expired – Lifetime)

In der Zwischenzeit sind auch Apparate / Maschinen auf dem Markt erhältlich, die Luftpolsterfolie herstellen können, so dass hierzu nur noch die passenden Folien eingekauft werden müssen.

Vorteile beim Einsatz von Luftpolsterfolie

  • Leichtes Material
  • Schutz vor Kratzern, Staub, Stoß
  • Wasserundurchlässig
  • Wenig Gewicht
  • Wiederverwendbar
  • Wiederverwertbar

 

Nachteile des Einsatzes von Luftpolsterfolie

  • Benötigt viel Platz / auch zur Lagerung
  • Anfällig gegen spitze und scharfe Gegenstände (Nägel oder ähnliches)
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