Sekundärverpackung – Schrumpffolie

Definition – Was ist Schrumpffolie?

Schrumpffolien oder auch Blasfolien sind in der Regel aus Polyethylen (PE) hergestellte Kunststofffolien, die durch ihr Schrumpfverhalten bei Erwärmung in vielfältigen Anwendungen in der Industrieverpackung zum Schutz von Produkten eingesetzt werden.

 

Herstellung – Wie wird Schrumpffolie hergestellt?

Die Herstellung einer Schrumpffolie erfolgt meist auf Blasfolienanlagen oder -extrudern, bei denen eine oder mehrere Sorten von Kunststoffgranulat in einem Extruder (bestehend aus einem Metallzylinder, in dem sich eine Förder- bzw. Plastifizierschnecke befindet) durchmischt und aufgeschmolzen sowie nachfolgend über ein Werkzeug aufgeblasen werden. Dabei tritt die fast flüssige Kunststoff-Masse durch eine Ringdüse aus dem Werkzeug aus und wird im Aufblas-Prozess sowohl in Förderrichtung als auch – durch die Vergrößerung des Blasenumfanges – in Querrichtung der Folie orientiert. Dies meint, dass sich die Kunststoffmoleküle, welche im Normalfall eher ungeordnete Ausrichtung besitzen, in Folge des Aufblasens in der Folie in Längs- und Querrichtung strecken, also orientieren. Ein Effekt, den man sich bei der Verarbeitung der Folie später zu Nutze macht.

Die Blasfolie wird direkt bei der Produktion schockartig gekühlt und die Orientierungen auf diese Weise eingefroren. Bei dem permanent ablaufenden Prozess der Folienproduktion wird die Folie entweder als Vollschlauch auf eine Hülse aufgewickelt oder vor dem Wickelprozess in vorgegebene Breiten geschnitten und als Flachfolie aufgewickelt.

 

Anwendungszweck – Warum wird Schrumpffolie verwendet?

Der eigentliche Clou bei der Schrumpffolie besteht darin, dass sich die während der Fertigung orientierten Kunststoffmoleküle in der Folie bei späterer Erwärmung auf Temperaturen zwischen 120 und 200°C wieder in ihre unregelmäßige Struktur begeben. Dadurch zieht sich die Folie zusammen, „schrumpft“ also. Diesen Effekt nutzt man in der Anwendung vielfältig.

Während des Schrumpfens passt sich die Blasfolie in der Regel gut an das Packgut an. Nach Abkühlung ist eine Fixierung der Verpackung erreicht. Neben dem Schutz vor Zerkratzen oder anderen Umwelteinflüssen wird so mit wenig Material, welches zudem noch wiederverwendbar ist, eine effiziente Verpackungslösung erreicht.

 

Anwendungsbereich – Wo wird Schrumpffolie angewendet?

Sehr bekannte Anwendungen bestehen in der Verpackung von Trays (Getränkeindustrie, Sixpacks, Shampooflaschen). Hierbei werden Schrumpf-Flachfolien um eine vorgegebene Anzahl von Getränkeflaschen oder anderen Gebinden foliert und die so gefertigte Einheit in einem Heizofen geschrumpft. Aber auch Sleeves, schmale Folienstreifen, die zur Etikettierung auf Kosmetikartikel oder Mineralwasserflaschen angebracht werden, unterlaufen häufig dem Schrumpfprozess.

Zur Sicherung von kompletten Ladeeinheiten werden noch immer Schrumpfhauben im Bereich der Palettenverpackung eingesetzt. Dabei werden palettierte Waren mit einer Haube überzogen und händisch mit einem Schrumpfgerät oder maschinell mittels Heißluft oder Infrarotheizgeräten geschrumpft. Auf diesem Weg gelingt es, Paletten mit Gewichten bis 1,5 to oder mehr für den Transportweg zu sichern.

 

Vorteile – Welche Vorteile bieten Schrumpffolien?

Der Werkstoff Polyethylen lässt sich sehr kostengünstig und flexibel herstellen. Je nach Anwendung ist es in der Produktion einfach möglich, Formate und Stärken der entstehenden Folien zu variieren. Durch die Ausstattung von Folienschichten mit Farbpigmenten entstehen Einfärbungen, zudem sind die Folien informativ bedruckbar oder in anderer Weise veredelbar.

Bei geringem Flächengewicht entsteht so eine leichte Verpackung, die wasserundurchlässig ist und nach ihrem Einsatz regeneriert, also wiederverwendet werden kann.

Verpackungsstraßen mit Schrumpffolien-Anlagen sind sehr effizient, der Maschinenbau hat sich in den letzten Jahren enorm entwickelt. Hochleistungsmaschinen zur Verpackung von Pharmaprodukten oder Verkaufsverpackungen wie Puzzles oder DVDs schaffen inzwischen über 10.000 Takte / Stunde.

 

Nachteile – Welche Nachteile haben Schrumpffolien?

Grundsätzlich ist zur effizienten Nutzung der Schrumpffolie ein Erwärmen erforderlich. Die Verarbeitung erfordert also zusätzlichen Energiebedarf. Dies verursacht neben weiteren Kosten auch erhöhte Taktzeiten, da die Folie Zeit zur Relaxation benötigt. Sofern die Folie erkaltet ist, stellt sie einen starren, wenig flexiblen Verbund in der Produktverpackung her.

Ein einmal gefertigtes Format kann nur schwerlich umgearbeitet werden, sollten sich einmal die Abmessung oder das Gewicht der verpackten Güter ändern.

Auch das Recycling stellt noch immer ein großes Problem dar.

 

Nachhaltigkeit – Wie stellt sich Schrumpffolie in der Mülldiskussion dar?

Grundsätzlich ist eine Schrumpffolie aus thermoplastischem Polyethylen, welche als Verpackungsmaterial eingesetzt wird, leicht zu recyceln und so wiederholt verwendbar. Durch den Einsatz von Abmischungen aus verschiedenen Granulat-Typen entstehen zudem mehr und mehr optimierte Anwendungen, die über Down-Gaging (dünnere Folienstärken) Verpackungsmüll vermeiden helfen. Der Folienaufbau einer Blasfolie ist einfach. Ein Recycling ist gut möglich, was dem Gedanken der Nachhaltigkeit durchaus entspricht.

Die Problemstellung liegt im Sammeln und Aufbereiten von verwendeten Schrumpffolien. Hier sind die Quoten regional gravierend unterschiedlich und teils katastrophal schlecht, was sich in uns bekannten Bildern von Plastikmüll darstellt. Da das Material sehr kostengünstig ist, stellt es nach Verbrauch oder Verwendung keinen Wert dar und wird häufig zu Lasten der Umwelt unsachgerecht entsorgt. Durch UV-Schädigung von in der Natur zurückgelassenen Folienabfällen werden die Kunststoffmoleküle im Laufe einer langen Zeit immer kleiner. Die Folien zersetzen sich und werden letztlich zu Mikroplastik, welches in die Umwelt gelangt und mit der Nahrung von Tieren und Menschen aufgenommen wird. Eine Filterung in Kläranlagen oder auf anderen Wegen ist derzeit fast nicht möglich.

 

Besonderheiten / Zusatzinformation – Wissenswertes über Schrumpffolie

Dem Trend entsprechend, werden Schrumpffolien bei neuen Investitionen in Verpackungslösungen immer seltener eingesetzt, wenngleich ihre Bedeutung noch immer sehr hoch ist.

Bei der Verpackung von Ladeeinheiten (Paletten) setzt die Industrie zunehmend auf flexibles Verpackungsmaterial wie Hochleistungs-Stretchfolie oder Dehnhauben, um flexibler bei Formatänderungen zu sein und mit weniger Materialeinsatz höhere Ladungssicherung zu generieren.

In einigen Bereichen der Lebensmittelindustrie geht die Anwendung ebenfalls zurück, da der Schrumpfprozess die Gefahr in sich birgt, dass erforderliche Kühlketten unterbrochen werden. Anwender setzen hier verstärkt auf Banderoliertechnik mit Dehnfolien, auch der Maschinenbau entwickelt sich in diese Richtung.

Sie wollen mehr über DUO PLAST erfahren?
Zur Webseite