Definition – Sekundärverpackung / Umverpackung

Sekundärverpackung / Umverpackung – was ist das?

Sekundärverpackungen oder auch Umverpackungen bezeichnen Packmittel, die nicht in den direkten Kontakt mit dem eigentlichen Produkt kommen.

Eine Sekundärverpackung umschließt immer eine Primärverpackung (mit Produktinhalt) zu unterschiedlichen Zwecken. Diese lassen sich grob in 4 Haupt-Kategorien splitten: Lager-, Verkaufs-, Präsentations- oder Transportzwecke, welche auch kombiniert vorkommen können, aber auch zum Originalitätsschutz / zu Garantiezwecken.

Anwendungszweck – Warum wird eine Umverpackung oder Sekundärverpackung benötigt

Ein Beispiel …

… für den Einsatz in Kontrollfunktion ist

  • ein Beutel, der eine definierte Anzahl eines Produktes enthält (Schrauben, Bonbons, Nudeln)
  • … für den Einsatz in Dienstleistungsfunktion ist

    • ein bedruckter Karton, der den Endverbraucher über Inhalt oder auch Verwendung informiert

    … für den Einsatz in Barrierefunktion ist

    • eine Schachtel mit Trayeinsatz zum Schutz empfindlicher Produkte (elektronische Bauteile …)
    • ein wasserdichter Koffer, der ein medizinisches Produkt vor äußeren Einflüssen schützt

    … für den Einsatz in Schutzfunktion ist

    • ein Kunststoff, der eine Tablette vor äußeren Einflüssen schützt (Tabletten-Blister)

    … für den Einsatz in Marketingfunktion ist

    • ein bedruckter Karton, der eine in Folie verpackte Tiefkühlpizza umhüllt

Auch Mehrfachfunktionen sind innerhalb der Sekundärverpackung üblich.

Verpackungsbeispiele sind Glas, Papier, Pappe, Karton, Kunststoffe, Metalle, Tetra-Pak oder auch Verbundmaterialien. Verwendete Kunststoffe können beispielsweise Polyethylen, Polystyrol oder Polypropylen sein.

Anwendungsbereich – Wo wird Sekundärverpackung bzw. Umverpackung gebraucht

Die klassische Umverpackung (Sekundärverpackung) findet sich im Handel, da diese am häufigsten als Verkaufsverpackung verwendet wird. Hier erfüllt sie zum einen meist eine Kombination aus Kontroll-, Dienstleistungs- und Marketingfunktion, zum anderen aber auch eine Schutzfunktion.

Bspw. kleine Gummibärchen-Päckchen in einer größeren Verkaufsverpackung: Hier sorgt die definierte Größe eines Beutels dafür, dass eine vorher festgelegte Menge des Produktes in der Fertigung eingefüllt wird = Kontrollfunktion. Gleichzeitig übernimmt dieser Beutel auch eine Dienstleistungsfunktion, da der Käufer über die Beutel-Bedruckung zu Mengen- und Inhaltsangaben sowie (zumeist) Hersteller etc. entsprechend informiert wird. Parallel dazu erfüllt der Beutel auch eine Marketingfunktion, denn die Bedruckung des Beutels soll den Käufer i.d.R. durch, auf eine Zielgruppe abgestimmte, Werbeaufdrucke zum Kauf animieren sowie eine entsprechende Wiedererkennung ermöglichen. Die Schutzfunktion des Beutels ergibt sich daraus, dass die Umverpackung als geschlossene Einheit das Produkt vor äußeren Einflüssen schützt.

Für die Sekundärverpackung gilt auch noch ein weiterer sehr wichtiger Aspekt – die Verbraucherwahrnehmung. I.d.R. wird diese Umverpackung vom Käufer, der auch häufig der Verbraucher ist, stärker wahrgenommen als andere Verpackungen. Oft werden Schrumpffolien oder Bündelfolien eingesetzt, um bspw. Produktproben an einer Verkaufsverpackung zu fixieren oder auch um mehrere Produkte als Verkaufseinheit zusammen zu halten. Um eine ansprechende Gestaltung zu gewährleisten, beschäftigen sich vielfach Marketingabteilungen mit der Optimierung dieser Umverpackungen. Dies dient nicht nur dem Schutz des Produktes, sondern auch Marketingzwecken unter Einhaltung, oftmals spezieller, Anforderungen aus dem Handel aber auch zur Verkaufsförderung.

Die wahrscheinlich insgesamt lukrativste Umverpackung bzw. Sekundärverpackung ist die zumeist bedruckte Faltschachtel, in welcher ein Parfüm-Flakon eingepackt wird. Diese dient zum einen dem Schutz des Produktes (vielfach ein Glasflakon, in welchem der Duftstoff abgefüllt ist), zum anderen aber ganz klar der Absatzoptimierung.

Eine weitere klassische Form der Sekundärverpackung ist die (Transport-)Verpackung für Getränke wie bspw. Wasser oder Bier. Um den Absatz zu fördern, aber auch den Transport sowie die Lagerung zu erleichtern, ist die heute oftmals gängige Form zur Abfüllung eine Primärverpackung als Flasche (aus Glas oder Kunststoff), die wiederum in einer Kunststoff-Kiste in den Vertrieb gebracht wird.

Besonderheiten / Zusatzinformation – Wissenswertes über Umverpackungen

Als Sekundärverpackung gelten auch zur Verkaufsförderung hergestellte Verkaufsständer, meist aus (bedrucktem) Karton, die seit einigen Jahren im Handel gebräuchlich sind, in welchen Waren ausgestellt werden. Es handelt sich hierbei bspw. um „1-Euro-Aufsteller“, aber auch die optimierte Ausstellung von Süßwaren und Geschenkartikeln.

Die Marke „Tetra Pak“ aus Schweden gilt heute als Marktführer im Bereich der Kartonagen-Getränkeverpackungen. Umgangssprachlich wird oft von einem Tetra-Pak gesprochen, wenn bspw. eine Packung Milch in handelsüblicher Ausführung erworben wird. Diese Verpackung gilt als Primärverpackung, wird aber zum Transport i.d.R. innerhalb eines Trays aufgesetzt, was dann die Umverpackung bzw. Sekundärverpackung darstellt.

Vor jetzt bereits über 20 Jahren wurde über die Verpackungsverordnung bereits ein wichtiger Schritt in Richtung Nachhaltigkeit, Wiederverwertung und Recycling getan. Am 01.01.2019 wurde die bisher gültige Verpackungsverordnung durch das Verpackungsgesetz abgelöst. Diese hat zum Ziel, Recycling-/Wiederverwertungsquoten zu erhöhen und die Beteiligung an den Entsorgungskosten zu optimieren.

Angesprochen werden jene, die ein verpacktes Produkt für den privaten Endverbraucher erstmals (gewerblich) in den Verkehr bringen (innerhalb Deutschlands).

Zur Umsetzung, Verfolgung der Einhaltung sowie Regulierung des Gesetzes wurde eine zentrale Stelle zur Registrierung aller betroffenen Hersteller bzw. Erstinverkehrbringer eingerichtet. Diese nennt sich „Zentrale Stelle Verpackungsregister“ und ist über www.verpackungsregister.org im Internet zu finden.

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