Verkehrsstau ist Alltag !

Verkehrsstau – Am Stauende droht Unfallgefahr – hier ist äußerste Aufmerksamkeit und besonnenes Fahrverhalten geboten.

Ursache – Gefahr – Wie reagiert der Fahrer am Stauende !

Verkehrsunfälle, Baustellen, Großveranstaltungen und liegengebliebene Fahrzeuge (Pannen) sind die Zeitfresser auf unseren Autobahnen. Kilometerlange Fahrzeugschlangen, die den Lkw-Fahrer im Stau stehend oft stundenlang aufhalten, erzeugen damit Zeitdruck und Stress. Zudem droht am Stauende Gefahr, dass ein weiterer Unfall passiert – in der Regel sind das Auffahrunfälle durch Unachtsamkeit mit nicht unerheblichen Unfallfolgen.

Das ist der Alltag auf deutschen Autobahnen, auch wenn Politiker und Verkehrsplaner schon vor Jahrzehnten Besserung versprochen haben. Sie kommen mit der Planung dem rasant anwachsenden Verkehrsaufkommen nicht hinterher.

Garade am Stauende kommt es oft zu schwersten Unfällen oder Folgeunfällen, die schlimme Opfer fordern und für Hinterbliebene, Augenzeugen und Einsatzkräfte schreckliche Bilder und oft bleibende seelische Folgen hinterlassen.

Oft stellt sich hier die Frage nach der Ursache. Verschulden, Vorwerfbarkeit, Fahrlässigkeit, Unachtsamkeit und Vermeidbarkeit liegen hier sehr nahe beieinander.

Auch wenn das vielzitierte menschliche Versagen mit den klassischen Fehlern der Übermüdung, der nicht angepassten Geschwindigkeit und der Unachtsamkeit immer wieder in den Unfallprotokollen steht, so wird der Ruf nach technischer Hilfe gleichermaßen lauter – den Fahrerassistenz-Systemen. „Solche Unfälle könnten beinahe komplett vermieden werden“, sagt Erwin Petersen, Vizepräsident der Landesverkehrswacht in Niedersachsen.

Insgesamt sterben nahezu 50 Menschen pro Jahr bei Lkw-Auffahrunfällen auf Autobahnen, allein in Deutschland.

Das Problem Bremsassistent (oder Notbremsassistent) kam europaweit vor Jahren schon einmal auf die Tagesordnung. Leider waren die Vorgaben lückenhaft. Seit 2015 müssen neue Lkw zwar Notbremssysteme an Bord haben, doch diese sollen nur dann einen Auffahrunfall verhindern, wenn sich das vorausfahrende Fahrzeug noch bewegt. Steht es bereits im Stau, reicht es, dass der Lkw seine Geschwindigkeit um 20 Kilometer pro Stunde reduziert. Damit ist leicht hochzurechnen, dass der Aufprall häufig noch mit einer „Restgeschwindigkeit“ passiert, die deutlich über 30/40 km/h liegt. Der Aufprall kommt einem Frontalcrash gleich, als träfe das Fahrzeug auf eine Mauer – und das oft mit 40 Tonnen Masse.

Auch das sagen die Zahlen der Landesverkehrswacht Niedersachsen: Jedes zweite Fahrzeug, auf das Lkw bei einem Auffahrunfall prallen, hat zuvor gestanden, mal am Stauende, mal weil es liegengeblieben war oder parkte.

ADAC, ASTRA (Bundesamt für Straßen in der Schweiz) und andere Interessengruppen geben Hinweise zum Fahrverhalten bei Stau oder erkennbarem Stau:

  • Auf der Autobahn die Warnblinkanlage einschalten und den Verkehr beobachten.
  • Gleitend bremsen, um ein Auffahren des folgenden Fahrzeugs zu vermeiden.
  • Beim „Auffahren“ auf den Stau Sicherheitsabstand einhalten.
  • Bei absehbar längeren Wartezeiten Motor abstellen, in Tunneln unverzüglich.
  • Beim Annähern und Passieren gesicherter Unfallstellen nicht bremsen.
  • Verkehrsfunk oder TMC einschalten und auf Hinweise auf die Dauer des Staus (z. B. Fahrbahnsperrung) warten.

Lasiportal gibt noch 2 weitere wichtige Hinweise:

  • unbedingt Rettungsgasse bilden / freihalten;
  • Handyfotografieren/Filmen unbedingt unterlassen (Problematik Gaffer !) – Bußgeld droht ! – im besonderen Fall sogar Geldstrafe oder Freiheitsentzug.

>> LKW-Karte-Hessen
Herausgeber: Hess. Landeskriminalamt, Verkehrsprävention

>> Stau-Faltkarte-Hessen
Herausgeber: Hess. Landeskriminalamt, Verkehrsprävention

>> Tödliche Laster
Quelle: Spiegel Online

 

 

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