Fahrermangel – Aktuelle Situation

Wie ernst ist es in Deutschland ?

Fahrer gesucht – der Beruf und der Einsatz der Fahrer verdienen höchste Anerkennung.

Meldungen über den akuten Fahrermangel in Großbritannien tauchen täglich in den Medien auf. Die Versorgungsengpässe haben dort bedrohliche Formen angenommen. Die Gütertransporter stehen auf den Frachthöfen, während die Fahrer das Land verlassen haben und auf das europäische Festland umgesiedelt sind.

Auch der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) lässt vornehmlich durch seinen Vorstandssprecher Professor Dirk Engelhardt nicht locker, auf die drohende demografische Falle hinzuweisen.

In Deutschland fehlen 60.000 – 80.000 Berufskraftfahrer, sagt der BGL, und ca. ein Drittel der aktiven Berufskraftfahrer im Straßengüterverkehr ist älter als 55 Jahre.

Der Mangel an Fahrerinnen/Fahrern wird noch dadurch verschärft, das jährlich ca. 30.000 Aktive hinter dem Lenkrad in Rente gehen, während nur ca. 17.000 Neueinsteiger nachrücken.

Dieses drohende Dilemma lässt befürchten, das in 2 – 3 Jahren ein Versorgungskollaps – ähnlich wie jetzt schon in England – auch bei uns eintritt.

In vielen Bereichen der Logistik ist man zwischenzeitlich hellwach geworden und versucht mit Sonderprojekten Nachwuchs und neues Personal zu werben.

Eine beispielhafte Kampagne wurde in der Arbeitsagentur im Landkreis Ludwigsburg gestartet. Erhebungen der Fachverbände und der IHK zufolge fehlen den 500 lizenzierten Transportunternehmen 400 bis 600 Fahrer – eine extreme Situation. Fahrerqualifizierungen werden durch den Landkreis und das Jobcenter besonders gefördert, arbeitslose Männer und Frauen sollen verstärkt angeworben werden.

Auch die Politik sieht sich in Zugzwang. Ein FDP-Sprecher: „Der Mangel an Fahrern ist keine abstrakte Gefahr. Wenn die Logistik-Kette reißt, dann bleiben Kühlschrank, Werkbank und Fabrikhalle leer“.

>> Der Fahrermangel und seine Folgen
Quelle: EuroTransportMedia, 70565 Stuttgart

> Fahrermangel – Tausende Arbeitslose sollen helfen
Quelle: Schwäbisches Tagblatt, 72 072 Tübingen

 

 

Sind bald die Regale in den Märkten leer ?

Junge Berufskraftfahrer während ihrer Ausbildung am Landesaktionstag Ladungssicherung der Hessischen Polizei in Kirchheim

Fahrer diskutieren auf dem Autohof; hier geht es um Verkehrssicherheit.

Der Gütertransport auf der Straße ist nach wie vor der „Klassiker“ in Deutschland und Europa in der Verbringung von Waren von Ort zu Ort. Entlastung durch die Bahn ist langfristig nicht zu erwarten. Der Lkw wird das Transportmittel der Stunde bleiben.

Doch auf jedem Lkw muss ein Fahrer/eine Fahrerin sitzen. Genau hier beginnt z.Zt. ein regelrechter Kampf der gesamten Logistikbranche um Fahrpersonal. Von den Verbänden veröffentliche Zahlen sprechen von 50.000 fehlenden Fahrern, eine giganstische Zahl.

Das bedeutet, dass Lkw´s und sogar Flottenteile auf den Betriebshöfen stehen bleiben müssen und dass Güter nicht transportiert, verfrachtet und ausgeliefert werden können.

Prof. Dr. Dirk Engelhardt, Vorstandssprecher des Bundesverbandes Güterverkehr, Logistik und Umwelt (BGL) sagt: “Wir sind kurz vor dem Versorgungskollaps“. Die Gesamtlage wird sich dadurch verschärfen, dass jährlich ca. 30.000 Fahrer in Rente gehen und nur halb so viele Fahrer wieder in den Beruf nachrücken. Das kann nicht mehr lange gut gehen. Und noch krasser: Schätzungen bis zum Jahr 2030 lassen befürchten, das bis dahin 150.000 Fahrer/Fahrerinnen in Deutschland fehlen werden.

Vor diesem Hintergrund müssen Anreize für neues Fahrpersonal geschaffen werden:

  • den Beruf attraktiver machen, soziale Komponenten verstärken, Image verbessern, angemessene Bezahlung,
  • Bedingungen an den Rampen verbessern, planbare Wartezeiten, Parkplatzsituation an den Autobahnen, Angebot und sanitäre Versorgung auf den Rasthöfen etc.,
  • vermehrt sollen Frauen für diesen Beruf geworben werden ( z.Zt. gibt es weniger als 2 % Berufskraftfaherinnen ),

Lasiportal beschreibt kurz das Anforderungsprofil an Berufskraftfahrer/innen:

  • Gewerbliche Lkw-Fahrer/Fahrerinnen benötigen zusätzlich zu ihrer Fahrerlaubnis der Klasse C einen Nachweis der Berufskraftfahrerqualitikation mit 5 Modulen ( Eintrag Ziff. 95 im EC Führerschein).
  • Die Grundqualifikation ist alle 5 Jahre mit einer 35-Stunden-Fortbldung aufzufrischen.
  • Für den Erwerb der Führerscheinklasse C sind im Minimum 16 Doppelstunden Theorie und 10 Fahrstunden (bei vorherigem Besitz der FS-Klasse B) vorgesehen.

>> Immer weniger Fahrer
Quelle: BGL, Frankfurt

>> Lkw-Fahrer dringend gesucht
Quelle: Deutschlandradio, Köln

>> Pro-Fahrer Image
Quelle: Profi-Initiative Fahrer-Image, Ffm, Breitenbachstraße 1

 

 

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