Mit der Ladung eine Einheit bilden

Gerrit Hasselmann referiert zum 13. Beratertag im 3G in Fulda.

Die fachkundige Bildung von Ladeeinheiten ist wichtiger Bestandteil der Ladungssicherung.

Gerrit Hasselmann ist seit vielen Jahren auf dem Gebiet der Transportlogistik unterwegs. Als Leiter der Verpackungsprüfung, Forschung und Entwicklung im Fraunhofer Institut IML in Dortmund gilt er als ausgewiesener Experte der Ladungssicherung. Zudem ist er seit 2009 Berater im Lasiportal und war damit einer der ersten Unterstützer unseres Netzwerkes mit zwischenzeitlich 939 Beraterinnen und Beratern.

„Immer wieder kommt es in Diskussionen zu Verständniskonflikten, wenn es um die beiden Begriffe Ladungssicherung und Ladeeinheitensicherung geht. Leider stellt man fest, dass vielfach die Meinung vorherrscht, Ladungssicherung könnte die Ladeeinheitensicherung ersetzen. Das ist definitiv nicht der Fall“, sagt Geritt Hasselmann.

Nur in Deutschland gibt es eine Norm, die DIN 55405, welche die Begriffskette von der Verpackung bis zur Bildung einer Ladeeinheit beschreibt. In dieser Richtlinie ist beschrieben, wie unter Verwendung eines Ladungsträgers und der Anwendung von Maßnahmen Ladegüter zusammenzuhalten sind. Zusätzlich bilden die verschiedenen Blätter der VDI 3968 eine Grundlage, in der diverse Verfahren zur Bildung von Ladeeinheiten dargestellt sind.

 

Zum formalen Inhalt der Norm:
Die Norm DIN 55 405 legt unter Berücksichtigung der Fachsprache und des Sprachgebrauches der
Praxis einheitliche Begriffe für das Gebiet des Verpackungswesens fest und fördert deren Anwendung.
Sie stützt sich auf die EU-Richtlinie 24/2014 vom 26.02.2014.

„Ladungssicherung kann die Ladeeinheitensicherung nicht ersetzen“, sagt Lasiportal-Berater Gerrit Hasselmann.

An dieser Stelle wirft Hasselmann die Frage auf, wozu Ladeeinheitensicherung eigentlich notwendig ist. Eine Antwort liefert die Analyse der für eine vorgegebene Distributionsstruktur anzunehmenden Belastungen (Anmerkung: unter Distributionsstruktur versteht man hier eine Strukturierung des Weges, den ein Produkt auf dem Weg vom Produzenten zum Kunden zurücklegt).

Der Fokus soll hier auf den mechanischen Belastungen liegen. Es sind die drei TUL-Prozesse Umschlagen, Lagern und Transportieren, die sich in Abhängigkeit von der Anzahl der TUL-Prozesse wiederholen. Für den Transport mit verschiedenen Verkehrsträgern wie Straßenfahrzeug (Lkw), Eisenbahn, Schiff oder Flugzeug wurden diese Belastungen in Form von Beschleunigungswerten als international gültiger Standard festgelegt. Hasselmann geht hier ins Detail und bezeichnet die Einheit „g“ mit 1,0 g = 9,81 m/s² im CTU-Code Mai 2015 (ehem. Packrichtlinie aus 1997).

Die mechanischen Belastungen beim Lkw-Transport können in Bezug auf ihre Wirkrichtung unterschieden werden in vertikale und horizontale Schwingungen und Stöße. Bremsvorgänge, Kurvenfahrten und Spurwechsel erzeugen horizontale Belastungen mit einer maximalen Beschleunigung von a = 0,8 g. Grundsätzlich wirken diese Belastungen auf den Verkehrsträger und seine Ladung nicht einzeln hintereinander ein, sondern gleichzeitig, sagt Hasselmann.

>> Sichere Ladung – Ladeeinheitensicherung – Grundlagen und Forschung

Quelle: >> Gerrit Hasselmann, Fraunhofer Institut Materialfluss und Logistik, 44 227 DO

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