Übermüdung – was sagt das Gesetz ?

Extreme Temperaturen stellen höchste Anforderungen an das Fahrpersonal – Übermüdung mit Pausen vorbeugen.

Fahrer trägt hohe Eigenverantwortung.

Wer ein Fahrzeug führt, muss es ständig so beherrschen, dass sie oder er ihre oder seine Vorsichtspflichten erfüllen kann. Wer das nicht kann – zum Beispiel wegen Übermüdung –, gilt als fahrunfähig und darf kein Fahrzeug führen.

Als Strafe für das übermüdete Führen eines Fahrzeugs sieht das Gesetz Freiheitsstrafe oder Geldstrafe sowie Führerausweisentzug vor. Hinzu kommt, dass bei Schäden, die durch Fahren im übermüdeten Zustand verursacht werden, die Versicherung Rückgriff nimmt auf die Person, welche den Unfall verursacht hat.

Und das sagen statistische Erhebungen:
Neunzig Prozent aller Verkehrsunfälle beruhen auf menschlichem Fehlverhalten. In der Einzelbewertung (Unfallursachenforschung) bilden die klassischen Fehlverhalten Geschwindigkeit, Alkohol- und Drogen, Fehler beim Überholen/Abbiegen, Nichtbeachten der Vorfahrt und Übermüdung/Sekundenschlaf das Hauptfeld aller Unfallursachen.

Die Statistik bildet auch die Anzahl der Verkehrsunfälle mit Personenschaden durch Übermüdung in Deutschland von 1991 bis 2020 ab. Dargestellt wird das Fehlverhalten der Fahrzeugführer und Fußgänger zusammen. Im Jahr 2020 wurden über 1.400 Unfälle mit Personenschaden in Deutschland verzeichnet, die durch Übermüdung verursacht wurden.

Die Dunkelziffer zur Unfallursache Übermüdung/Sekundenschlaf ist dabei enorm, sagen die Verkehrsexperten. Nach einer Studie des Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrum ist fast jeder fünfte Unfall (18,5 %) müdigkeitsbedingt. Nachts sollen sogar mehr als vier von zehn Unfällen (42 %) ihre Ursache darin haben, dass mindestens ein Unfallteilnehmer ermüdet war. Zahlen, die die Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) alarmieren. „Damit stellt die Schläfrigkeit eine häufigere tödliche Unfallursache im Straßenverkehr dar als das Fahren unter Alkohol und Drogen“, sagt Dr. Hans-Günter Weeß, Vorstandsmitglied der DGSM. Denn nach internationalen Studien geht immerhin jeder 6. Unfalltote auf die Beteiligung eines schläfrigen Fahrers zurück, bei Alkohol als Ursache ist es „nur“ jeder 13. Verkehrstote im Jahr 2014 gewesen. Deshalb muss bundesweit immer noch mehr Aufklärung der Autofahrer über die Risiken einer Übermüdung betrieben werden, sagt die Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin e.V. (DGSM) in Jena.

>> Unfallursache Übermüdung – Männer besonders betroffen
Quelle: Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse, 50968 Köln

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