Fernfahrerstammtisch – Intelligente Fahrzeugtechnik erhöht die Verkehrssicherheit

Ausgereifte, intelligente Fahrzeugtechnik hat einen hohen Wert für mehr Verkehrssicherheit.

Oliver Block von Kögel-Trailers referiert in Kirchheim.

Verkehrssicherheit hat viele Gesichter. Das Zusammenspiel der Kräfte funktioniert nur dann, wenn alle Räder ineinander greifen. Vor diesem Hintergrund waren die Hessische Polizei und der Hessischer Fachverband Güterkraftverkehr und Logistik e.V. auch in der Oktoberveranstaltung wieder in Kirchheim aktiv.

Zum Thema `Fahrzeugtechnik` konnte mit Oliver Block von der Fa. Kögel-Trailers ein ausgewiesener Experte, der im Netzwerk Fernfahrerstammtisch kein Unbekannter ist, zur Abendveranstaltung gewonnen werden. Polizeihauptkommissar Mario Döring, ein erfahrener Autobahnpolizist am Kirchheimer Dreieck, begrüßte den Referenten und leitete mit einigen Erfahrungen aus seinen täglichen Fahrzeugkontrollen zum Vortrag über.

Fahrzeugtechnik, Verkehrssicherheit und im Detail die Ladungssicherung  stehen in einem kausalen Zusammenhang. Eine ausgereifte, intelligente Fahrzeugtechnik birgt für mehr Verkehrssicherheit. Sie ist die Grundlage für einen sicheren Transport  der Güter auf der Straße.

Kögel-Trailers schreiben auf ihrer WEB-Seite:

„Die VDI 2700 beschreibt, welche Massekräfte auf die Ladung wirken. Um die Ladung zu sichern, muss diesen Kräften die Ladungssicherung entgegengesetzt werden. Ein Teil der Massekräfte wird bei kippstabilem Ladegut allein schon durch die Reibung der Ladung bzw. der Ladungsträger (wie z. B. Paletten) mit dem Boden aufgefangen.“

Vor dem Hintergrund dieser Erkenntnis entwickeln Fahrzeugbauer ausgefeilte Techniken, um die Ladungssicherung noch weiter zu verbessern, Arbeitsgänge abzukürzen und letztendlich dem Unternehmen für den gesamten Transportablauf auch Kosten einzusparen.

Oliver Block erläuterte zahlreiche Einzelkomponenten eines Trailer-Aufbaues. In seinen Ausführungen wurde deutlich, wie gründlich und detailliert ein moderner Auflieger beschaffen ist, wobei Einzelzertifizierungen in der Regel auf bestimmte wiederkehrende Transportgüter ausgelegt sind.

Im Detail ging er auf die gesamte Palette einzelner Teilbereiche ein, die nach dem aktuellen Stand der Technik einen modernen Trailer auszeichnen:

  • Aufbau/Rahmen/Rahmenhöhe
  • Bereifung/Reifengröße/Reifendrucküberwachung/Sensoren
  • Achsen/Achslift
  • Bremsscheiben/Bremstechnik
  • Antirutschboden komplett (Problematik: Durchschieben der Ladung mit Stapler)
  • Anfahrhilfe/Containerdienst
  • WABCO Optiload,

Polizeihauptkommissar Mario Döring moderierte den Fernfahrerstammtisch im Kirchheimer Rasthaus.

was ist WABCO-Optiload, und wie funktioniert WABCO Optiload ?
WABCO-Optiload verteilt das Gewicht der Fracht automatisch über die Lkw-Anhänger-Kombination. Oft müssen Teile der Fracht auf einer Strecke an mehrere Kunden ausgeliefert werden. Somit besteht die Gefahr, dass die jeweils verbleibende Ladung das maximal zulässige Gewicht auf der Motorwagen-Antriebsachse durch ungünstige Verteilung der Ladung im Anhängefahrzeug, überschreitet. Mit der neuen OptiLoad Funktion und den vorhandenen Luftfederbälgen verteilt das System im Anhängefahrzeug das Gewicht der Ladung, ohne diese tatsächlich physisch zu bewegen, ein intelligentes System. Das hilft gerade Fahrern und Spediteuren, die „Stückgüter von Haus zu Haus“ ausliefern, die gesetzlichen Bestimmungen für die maximale Achsbelastung einzuhalten. Dadurch werden auch Achsschäden infolge Überladung bzw. falscher Lastverteilung verhindert.
Auch die Höhen-auf oder -absenkung an Laderampen gehört zu einer modernen Trailerausstattung, so Oliver Block

WABCO OptiLink, eine App für Android-Smartphones; die Sicherheits- und Effizienzfunktionen von Anhängerfahrzeugen überwacht und steuert, rundet das Programm letztendlich perfekt ab. Die Echtzeitdaten bieten die Möglichkeit, die Fahrzeugsicherheit und -effizienz aus der Fahrerkabine heraus oder aus sicherem Abstand zum Fahrzeug zu verbessern.

  • Notbremsassistenten bei Rückwärtsfahrt; neben der Rückfahrkameraüberwachung bietet ein Assistenzsystem eine zusätzliche Sicherheit. Das jeweilige Fahrzeug bewegt sich nur mit max. 9 km/h Rückwärtsbewegung. Bei Erkennen eines Hindernisses erfolgt Notbremsung.

Abschließend machte der Referent deutlich, dass sich der moderne Fahrzeugaufbau und die Fahrzeugtechnik auf sehr hohem Niveau weiterentwickeln. Im Übrigen sollen Fahrzeugaufbauten immer leichter werden. Man spricht hier von 4.600 kg Leergewicht. Das ist nicht nur die Forderung des Transportgewerbes. Auch die Belastung der Straßen und Aspekte des Umweltschutzes sind wesentliche Argumente, die dafür votieren.

>> Fahrzeugaufbauten
Quelle: Lasiportal

>> DGUV Vorschrift 70 – Fahrzeugaufbauten
Quelle: BG Bau, Berufsgenossenschaft Bauwirtschaft, Berlin

 

 

 

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